Stimmung im Euroraum auf RekordtiefFrankfurt (dpa) - Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum kennt derzeit kein Halten mehr: Angesichts des Übergreifens der Finanzkrise auf die Realwirtschaft sank die vielbeachtete Stimmung der Einkaufsmanager im November auf den tiefsten jemals gemessenen Wert.![]() "Das Winterhalbjahr im Euroraum wird böse", kommentierten die Volkswirte der Postbank. (mehr...) ©dpa-info.com GmbH Die Kennzahl für die Gesamtwirtschaft brach von 43,6 Punkten im Vormonat auf 39,7 Punkte ein, wie das Forschungsinstitut Markit Economics am Freitag mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand der Kennzahl seit Erhebungsbeginn vor rund zehn Jahren. Volkswirte hatten indes mit einem moderaten Rückgang auf 43,0 Zähler gerechnet. Damit ist die Wirtschaftsstimmung im Euroraum bereits den zweiten Monat in Folge eingebrochen. Besonders stark erwischte es im November die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe, die von 41,1 Punkten im Vormonat auf 36,2 Punkten wegbrach. Die Stimmung im Dienstleistungssektor trübte sich ebenfalls deutlich ein, wenngleich nicht ganz so stark wie in der Industrie. Im Servicebereich sank der Index von 45,8 auf 43,3 Punkte. Volkswirte hatten für beide Bereiche moderatere Rückschläge erwartet. "Das Winterhalbjahr im Euroraum wird böse", kommentierten die Volkswirte der Postbank. Den Blick in die Details der Umfragen könne man sich bei den aktuellen Werten und vor allem angesichts der Rückgänge fast sparen. "Negative Trends wohin man schaut", lautet das düstere Fazit der Postbank-Experten. "Der Euroraum rutscht immer tiefer in die Rezession", urteilten die Ökonomen der Commerzbank. Entsprechend dürfte die Wirtschaft des Währungsraums im Schlussquartal 2008 den dritten Monat in Folge schrumpfen. Die Commerzbank rechnet mit einem kräftigen Minus zum Vorquartal von rund 0,75 Prozent. Auch der Ausblick für den Jahresanfang 2009 sei wegen dramatisch gesunkener Auftragseingänge wenig hoffnungsvoll. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euroraums, trübte sich die Stimmung ebenfalls besonders stark im verarbeitenden Gewerbe ein. Auch in Frankreich, der zweitgrößten Wirtschaft des Währungsraums, sank der Stimmungsindikator besonders kräftig im Industriesektor. Zugleich trübte sich auch die Stimmung im Dienstleistungssektor in beiden Ländern weiter ein. An den Finanzmärkten spielten die Daten trotz des erneuten Einbruchs kaum eine Rolle. Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden. Quelle: dpa-info.com GmbH
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