Bei Mercedes droht Beschäftigen KurzarbeitStuttgart (dpa) - Im Mercedes-Werk Sindelfingen droht den Beschäftigten laut einem Medienbericht schon im Januar Kurzarbeit. Das Werk sei bereits seit Sommer nicht mehr ausgelastet, berichtet die «auto motor und sport» in ihrer neuen Ausgabe und bezieht sich dabei auf Betriebsratskreise.Nach der ausgedehnten Weihnachtspause sei das Mittel Zeitkonto ausgereizt. Bei Kurzarbeit müssten die Mitarbeiter schätzungsweise mit Lohneinbußen von rund drei Prozent rechnen. Die Verhandlungen über eine Verkürzung der Arbeitszeiten stehe auch in anderen Werken unmittelbar bevor. Eine Sprecherin des Konzerns sagte dem Magazin hingegen: «Der erste Schritt ist eine weitere Nutzung der Zeitkonten. Dabei gibt es derzeit noch Luft.» Erst wenn all dies nicht mehr ausreiche, werde über Kurzarbeit nachgedacht. Sollten die Beschäftigten weniger arbeiten, bedeutet dies ihren Angaben zufolge sogar eine Kürzung der Gehälter um rund zehn Prozent. In diesem Fall würde die Arbeitszeit um fünf Stunden pro Woche gekürzt. Eine Sprecherin des Daimler-Betriebsrats hatte bereits am Freitag gesagt: «Es gibt Gespräche zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung auf verschiedenen Ebenen, wie im nächsten Jahr gearbeitet wird.» Dabei werde auch über eine mögliche Verringerung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden für einige Standorte diskutiert. Außerdem habe das Unternehmen bereits Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen Abfindungsangebote unterbreitet. Betriebsbedingte Kündigungen der Stammbelegschaft sind bis Ende 2011 jedoch vertraglich ausgeschlossen. Angesichts der Krise in der Autoindustrie prüft Daimler-Chef Dieter Zetsche zudem angeblich ein neues Sparprogramm. Die Maßnahmen könnten noch vor Weihnachten beschlossen werden, berichtet die «WirtschaftsWoche» in ihrer neuen Ausgabe. Im Fokus stehe dabei die Kernsparte Mercedes Car Group mit ihren Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach. Mehrere Unternehmensberatungen seien beauftragt worden, Konzepte zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung vorzustellen. Daimler wollte sich am Samstag nicht zu dem Bericht äußern. Zwischen Frühjahr 2005 und Herbst 2007 war durch das Vorgängerprogramm «Core» das Konzernergebnis um insgesamt 7,1 Milliarden Euro verbessert worden. Den Einsparungen fielen allerdings auch insgesamt fast 10 000 Arbeitsplätze zum Opfer. Laut einem Bericht der «Automobilwoche» will Daimler im kommenden Jahr außerdem rund 150 000 Autos der Marke Mercedes weniger bauen. Das Branchenblatt bezieht sich dabei auf interne Planzahlen aus dem Werk in Sindelfingen. Von der S-Klasse sollen demnach 18 000, von der E-Klasse 34 000 und von der C-Klasse 8200 Autos weniger gebaut werden. Das Management erwäge, die Produktion in den Faschingsferien für eine Woche und über Ostern sechs Tage lang zu stoppen. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. In diesem Jahr will Daimler die Produktion um 45 000 Fahrzeuge kappen. In Sindelfingen stehen die Bänder nach Angaben vom Freitag vom 12. Dezember bis zum 12. Januar still. Quelle: dpa-info.com GmbH
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