Obama hält sich vom G20-Finanzgipfel fernWashington (dpa) - Der künftige US-Präsident Barack Obama wird sich mit keinem der ausländischen Politiker treffen, die am Freitag zum G20-Finanzgipfel nach Washington kommen. Er will vielmehr in seiner Heimatstadt Chicago bleiben und sich dort auf die Machtübernahme am 20. Januar vorbereiten.![]() Barack Obama wird sich mit keiner der zum G20-Finanzgipfel kommenden Führungspersönlichkeiten treffen. (mehr...) ©dpa-info.com GmbH Das teilte einer seiner Spitzenmitarbeiter, John Podesta, am Dienstag mit. Obama war vom scheidenden Präsidenten George W. Bush zur Gipfel- Teilnahme eingeladen worden, hatte aber abgewinkt. Es hielten sich jedoch Spekulationen, dass er zu Einzelgesprächen mit einigen der Spitzenpolitiker aus dem Ausland zusammenkommen könnte. So hatte etwa Kremlchef Dmitri Medwedew die Hoffnung geäußert, den künftigen Chef im Weißen Haus am Rande des Gipfels persönlich kennenlernen zu können. Auch der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hatte nach einem kürzlichen Schnitzer gesagt, er würde Obama gern «persönlich umarmen». Berlusconi hatte nach Obamas Wahlsieg über die «sonnengebräunte» Haut des künftigen Präsidenten gescherzt und damit zum Teil heftige Kritik ausgelöst. Das Obama-Team hatte bereits in der vergangenen Woche wiederholt klar gemacht, dass das Fernbleiben vom Gipfel einen einzigen Grund habe: Bush sei noch Präsident und Obama wolle ihm nicht in Quere kommen. «Es ist nicht angemessen, wenn zwei Leute bei diesem Treffen auftauchen. Der designierte Präsident respektiert, dass wir stets nur einen Präsidenten haben», bekräftigte am Dienstag Podesta, Leiter des Teams, das Obamas Machtübernahme vorbereitet. Am Montag hatten Bush und Obama bei einem Treffen im Weißen Haus hinter verschlossenen Türen über Schritte zur Eindämmung der Finanz- und Wirtschaftskrise gesprochen, die Anlass für den Dringlichkeitsgipfel am Wochenende ist. Dabei hatte Obama nach Medienberichten unter anderem auf rasche Hilfen für die US- Autoindustrie gedrungen, die in den Sog der Finanzmarktmisere geraten ist. Obama befürwortet auch ein neues US-Konjunkturprogramm unter anderem mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und gehört zu den entschiedenen Verfechtern schärferer Regulierungen der Finanzmärkte. Obama und sein Stab sollen Podesta zufolge regelmäßig über den Verlauf des Gipfels informiert werden. Es sei auch möglich, dass einige der engsten Obama-Berater in Washington mit ausländischen Spitzenpolitikern zusammenkämen. Es lägen derartige Ersuchen an das Obama-Team vor, sagte Podesta. Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs sowie der Notenbankchefs der führenden Industrienationen und Schwellenländer beginnt am Freitagabend (Ortszeit) mit einem Essen und geht am frühen Samstagnachmittag zu Ende. Zu den Teilnehmern gehört Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die EU wird von Ratspräsident Nicolas Sarkozy vertreten, dem französischen Präsidenten. Quelle: dpa-info.com GmbH
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