Und auch diesmal, wie schon bei seinen beiden größten Erfolgen, zeichnet sich Shyamalan sowohl für das Drehbuch, als auch für die Regie verantwortlich. Ganz offensichtlich ein Kontroll-Freak, zumindest aber jemand, der sich sein Werk von niemand verpfuschen lassen möchte. Natürlich ist sein neuer Film keine Komödie geworden, auch keine Tierdokumention und erst recht kein ganz gewöhnliches Popcornkino.
Auch wenn Shyamalan über die Entstehung der Geschichte behauptet, dass sie ihm bereits zu großen Zügen relativ spontan bei einer alltäglichen Autofahrt eingefallen ist, dem Zufall hat er natürlich nichts überlassen. Böse Zungen könnten wohl sogar behaupten, dass "The Happening" so wirkt, als hätte man den Streifen relativ linear und publikumswirksam am Reißbrett entworfen. Damit würde man aber wohl den guten Vorsätzen des gebürtigen Inders nicht gerecht werden. Die Stärke des Thrillers ist es nämlich gerade, dass einiges bewusst unscharf wirkt, nicht alle Ideen bis ins letzte Detail ausgearbeitet sind und die Hintergründe teilweise im Verborgenen bleiben.
Cool bleiben, trotz Panik: Elliot versucht sich dem Ereignis in den Weg zu stellen (Foto: ©Fox)
Wer glaubt beim Abspann zu wissen, was "The Happening" nun genau ist, wird vielleicht überrascht, ja vielleicht sogar enttäuscht werden. Klar wird lediglich und das aber ganz schnell, dass dieses Ereignis etwas Bedrohliches ist. Möglicherweise eine Naturkatastrophe? Ein Virus oder ein Terroranschlag? In diesen Zeiten weiß man ja nie. Das vermittelt der Film doch recht gut. Egal, was es ist, es kommt ohne Vorwarnung und löst Panik aus. Soweit so gewöhnlich, denn mit diesem Intro erfindet M. Night Shyamalan das Rad freilich nicht neu. Aber da ist mehr, denn das plötzliche Massensterben in amerikanischen Metropolen ist eben nicht auf die oben genannten Schreckens-Szenarien zurückzuführen.
Es ist kein Monster, kein Godzilla und auch keine Aliens, die da Menschen reihenweise von Häuserdächern kegeln oder mit ihren Autos gegen Wände fahren lässt. Es sind die Menschen selbst, die kollektiven Selbstmord begehen ? fernab von aus dem Rahmen fallenden Flashmobs. Da stellt sich natürlich erst recht die Frage nach dem "Warum". Lehrer Elliot Moore (Mark Wahlberg) und seine Frau Alma (Zooey Deschanel), sowie ihr Freund Julian (John Leguizamo) gehen dieser Frage auf den Grund und sind dabei immer auch auf der Flucht vor dem unbekannten Etwas, denn wer weiß schon, ob sich nicht bald die eigenen Familienmitglieder versuchen umzubringen?
Kult-Regisseur Shyamalan ist es mit "The Happening" mal wieder gelungen eine fesselnde und äußerst mysteriöse, dabei aber nicht völlig abgehobene Geschichte zu erzählen, die weit mehr zu bieten hat, als die üblichen Zutaten eines Action-Thrillers mit Katastrophen-Szenario.