Charlie Fineman (Adam Sandler) hat es schwer erwischt. Seine Frau und drei Kinder hat er bei den Terroranschlägen am 11. September verloren.
Alle saßen im Unglücksflieger, der in das World Trade Center raste.
Nun sind Jahre vergangen, von Bewältigung ist bei Charlie allerdings nichts zu spüren. Er schottet sich ab.
Immer wieder zieht es ihn durch die Straßen der Weltstadt. Einsam fährt er auf dem Roller durch die Nacht und sucht nach Ablenkung. Die findet er immer wieder in Form von Spätfilmen im Kino, raren Schallplatten, Videospielen und massenhaft chinesischem Essen. Das verstärkt allerdings nur weiter seine Einsamkeit.
(Foto: © Sony)
Irgendwann trifft Charlie auf einem seiner Streifzüge einen alten Studienkollegen. Alan Johnson (Don Cheadle) ist inzwischen Zahnarzt, führt ein erfolgreiches Leben mit wunderschöner Ehefrau (Jada Pinkett Smith), schickem Apartement, Auto und Kindern. Wirklich zu schätzen weiß der ehemalige Zimmerfreund das nicht. Umso besser für beide, dass Alan in Charlie eine willkommene Abwechslung sieht. Er will dem in sich gekehrten Freund helfen. Langsam finden beide wieder zu sich selbst...
Nach "An Deiner Schulter" widmet sich Regisseur Mike Binder wieder einem ernsten Drama. Die Trauerbewältigung von 9/11 ist allerdings ein harter Brocken. Das ganze Land hat schließlich noch immer an der Tragödie zu knabbern. Und auch Adam Sandler als trauernden Witwer zu verpflichten, ist gewagt. Allerdings ist Binder nicht der erste, der sich der Terror-Thematik und Vergangenheitsbewältigung widmet. Viel Aufsehen haben im letzten Jahr zwei FIlme erregt: "Flug 93" widmete sich minutiös den Geschehnissen an Bord des Flugzeugs, das über Pennsylvania abstürzte. Regie-Veteran filmte direkt das Unglück und schickte Feuerwehrmann Nicolas Cage in den Trümmerhaufen des WTC.
Ob es immernoch zu früh ist, Hollywoodfilme über die Tragödie zu drehen und auch noch Adam Sandler vor die Kamera zu stellen, lässt sich diese Woche in den deutschen Kinos überprüfen. Der Film startet am Donnerstag.