Es geht gut, soviel gleich vorweg. Doch man hätte durchaus auch ein anderes Ergebnis erwarten können. Die Gefahren, dass "Der Krieg des Charlie Wilson" unter der Last seines hochkarätigen Ensembles zusammenbricht und der Film an seinen eigenen Ansprüchen scheitert, waren nicht auszuschließen. Es kommt anders: Tom Hanks und Julia Roberts versuchen sich nicht gegenseitig an die Wand zu spielen und dass ihnen Philip Seymour Hoffman fast ein wenig die Schau stielt, schadet dem Streifen kein bisschen.
"Der Krieg des Charlie Wilson" erzählt auf der Grundlage des gleichnamigen Buches von George Crile die wahre Geschichte des texanischen Kongressabgeordneten Charles Wilson (Tom Hanks), der sich Anfang der 1980er Jahre zunächst mehr für Frauen und Alkohol, denn für seine Politikkarriere interessiert. Die Wohlhabende Texanerin Joanne Herring (Julia Roberts) will dem ein Ende setzen und sorgt letztendlich dafür, dass Wilson in die Geschichtsbücher eingeht, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Die internationalen Beziehungen sind geprägt vom Kalten Krieg, Afghanistan ist soeben von der sowjetischen Armee besetzt worden und die bekennende Anti-Kommunistin Herring will den Einflussbereich von Moskau zurückzudrängen.
(Foto: ©2008 Universal)
Dafür braucht sie Wilson, wobei die gemeinsame Vergangenheit der beiden, der Geschichte durchaus zuträglich ist. Zusammen mit dem abtrünnigen CIA-Agenten Gust (Philip Seymour Hoffman) sammeln sie fortan enorme Geldsummen, um den afghanischen Widerstand zu unterstützen. Doch das Engagement der drei beschränkt sich nicht auf geheime Gespräche fernab der gängigen und legalen Regeln, gemeinsam reisen sie um die Welt, um die Unterstützung gegen den russischen Erzfeind zu formieren. Wilson betreibt auf seine ganz eigene Art Weltpolitik, die sich nicht durch große Diplomatie auszeichnet, sondern durch geheime und geschickte Taktik hinter den Kulissen zum Ziel führen soll. In Washington bekommt man davon wenig mit. Große Impulse und politisch brisante Interventionen erwartet man von dem als Playboy verschrienen Kongressabgeordneten schließlich nicht.
Durch seine ironische Betrachtungsweise und der unterschwelligen Kritik an der großen Politik erinnert "Der Krieg des Charlie Wilson" ein wenig an "Wag The Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt", mit dem 1997 ebenfalls ein satirischer Blick auf die amerikanische Politik-Elite geworfen wurde. Die Erzählung der Geschichte von Charles Wilson wiederum lebt natürlich in erster Linie von seinen populären Hauptdarstellern. Dass ein Film mit Tom Hanks und Julia Roberts in jüngerer Vergangenheit gefloppt wäre, daran kann sich bestimmt niemand erinnern. Andererseits spricht die Besetzung auch für das Drehbuch von Aaron Sorkin, denn wäre dieses weniger gut gelungen, hätten die beiden Hollywood-Größen wohl kaum zugesagt.
Eine gegenseitige Qualitätskontrolle also, die auch im Fall von "Der Krieg des Charlie Wilson" funktioniert und bereits zu fünf Nominierungen bei den Golden Globes geführt hat.