Regisseur Christopher Nolan hat fast alles richtig gemacht. Nicht nur hielt er die Story des Filmes erfolgreich bis zum Kinostart unter Verschluss. Nein, Nolan schaffte es auch, die Augen der Weltöffentlichkeit auf die Kino-Premiere am 14. Juli in New York zu lenken. Schuld daran ist ein, nach allem Kritikerlob, anscheinend runderneuerter Superheld, ein Millionen-Budget und eine gigantische Marketing-Kampagne. Aber leider auch ein trauriger Umstand.
Am 22. Januar 2008 wurde der Hauptdarsteller des Filmes, Heath Ledger, im Alter von 28 Jahren in seiner New Yorker Wohnung tot aufgefunden. Der bis dahin vor allem als Schönling bekannte Schauspieler war gerade im Begriff, einen grundlegenden Image-Wandel in Hollywood einzuleiten. "Brokeback Mountain" und das Dylan-Biopic "I'm Not There" waren Wegpunkte hin zu einer erfolgreichen, renommierten Schauspielkarriere. "The Dark Knight" hätte der Höhepunkt werden können, denn schon jetzt gilt seine Leistung als Bösewicht Joker als Oscar-würdig.
Ein böser Clown: der Joker.(Foto: ©2008 Warner)
Ledger spielt den Joke so furchterregend, dass wohl auch Christian Bale als Batman Angst und Bange geworden sein muss. Nach einem von Joker initiierten Bankraub zwingt er Batman und die Öffentlichkeit dazu, das Geheimnis um den "Flattermann" zu lüften. Stellt sich Batman nicht der Polizei, will der Joker nach und nach wahllos Menschen töten. Bruce Wayne, der Mann hinter dem schwarzen Kostüm, muss sich schon bald entscheiden: das Leben im Schatten aufgeben oder doch bis zum bitteren Ende kämpfen? Schon bald brennt halb Gotham City lichterloh...
Zwar startet der sechste Teil erst in ein paar Wochen in den deutschen Kinos, dennoch ist das Medien-Echo hierzulande schon jetzt gewaltig. Kein Wunder: allein am Startwochenende hat "The Dark Knight" 155,34 Millionen US-Dollar eingespielt - so viel, wie kaum ein anderer Film vor ihm. Und noch etwas macht den Film zu etwas Besonderem - er könnte die Runderneuerung eines totgeglaubten Genres bedeuten. Nicht umsonst schreibt Kino-Kritiker Manohila Dargis in der New York Times, dass keine andere Comic-Verfilmung so tief unter die Haut geht wie "The Dark Knight".
Ab 21. August werden dann endlich auch die deutschen Kino-Besucher den Sommer-Blockbuster sehen können. Und dem Schauspieler Heath Ledger die letzte Ehre erweisen.