J.J.Abrams gehört inzwischen zu denjenigen Regisseuren und Produzenten, die in der obersten Liga mitspielen können und trotzdem noch für Überraschungen gut sind. In den 90er Jahren war Abrams noch als Drehbuchautor für Filme wie "In Sachen Henry", "Forever Young" und "Armageddon" zuständig. Inzwischen dreht er Hochkaräter wie "Mission: Impossible III". Mit "Cloverfield" scheint ihm jetzt ein Meisterstück als Produzent gelungen zu sein.
Lange Zeit wusste keiner - nicht mal die Filmcrew - worum es in dem Action-Spektakel eigentlich gehen sollte. Ein erster Teaser-Trailer im Vorprogramm zu "Transformers" brachte ebenfalls wenig Erleuchtung. Außer dem abgerissenen Kopf der Freiheitsstatue war nicht viel mehr zu sehen - nicht mal einen offiziellen Titel besaß "Cloverfield" zu diesem Zeitpunkt. Das hielt die Internet-Community natürlich nicht davon ab, in wildeste Spekulationen zu verfallen. Selbst die großen amerikanischen Tageszeitungen fragten sich bald: wer oder was ist "Cloverfield" eigentlich?
Rob verschanzt sich im Supermarkt.(Foto: ©2008 Universal)
Die Geheimniskrämerei - bei Testvorführungen wurden den Zuschauern teilweise eigens dafür gedrehte Filmsequenzen gezeigt, um den Plot nicht zu verraten - hatte ihren Grund. "Cloverfield" ist nämlich mit einem für Hollywood und Katastrophenfilme geradezu mageren Filmbudget ausgestattet. Lediglich 30 Millionen Dollar soll das Spektakel gekostet haben - was vor allem an den fehlenden Stars liegt, die mitunter 1/3 der Produktionskosten ausmachen. J.J.Abrams brauchte für seinen Film also eine ordentliche Medienkampagne, um überhaupt Aufsehen zu erregen. Das ist ihm gelungen. Bis zum US-Kinostart vergangene Woche drangen keine Plot-Infos an die Außenwelt.
Inzwischen ist klar: es ist ein Monster-Katastrophenfilm. Allerdings mit einer entscheidenden Besonderheit. "Cloverfield" wurde ausschließlich im Handkamera-Stil gefilmt. Es wird gewackelt und geschaukelt - aber immer ist der Zuschauer ganz nah dran am Geschehen. Rob (Michael Stahl-David) wird in seiner Wohnung überrascht. Wenige Tage vor seiner Abreise nach Japan, wo er einen Job angenommen hat, wird eine Überraschungsparty für ihn geschmissen. Die verläuft aber anders als geplant. Nicht nur haben Rob und Beth (Odette Yustman) noch eine offene Rechnung miteinander, nachdem sie Wochen vorher miteinander geschlafen haben. Plötzlich erzittert die Erde und beim Blick vom Balkon des Appartements offenbart grausiges: ein gigantisches Monster frisst sich durch New York. Der Kopf der Freiheitsstatue fliegt wie eine Bowlingkugel durch die Innenstadt. Fortan geht es für Rob, Beth und die anderen Partygäste nur noch ums Überleben.
J.J.Abrams kennt sich mit Spannung bestens aus: er ist Erfinder, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent der Erfolgsserie "Lost". "Cloverfield" startet bei uns am 31. Januar.