Ein flüchtiger Blick in die allabendlichen Nachrichten reicht aus, um zu wissen, welches Thema neben Umweltkatastrophen, Armut und vergleichbaren Übeln die Berichterstattung beherrscht: der Terrorismus. Logisch, dass sich vor allem große Produktionen immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen. Erst recht seit dem 11. September 2001. Auch "8 Blickwinkel" schlägt in diese Kerbe, geht dabei aber etwas raffinierter vor. Denn der Film basiert nicht auf einer gewöhnlichen Geschichte vom einsamen Helden, der quasi im Alleingang mit den Schurken dieser Welt aufräumt.
Und darum geht es: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (William Hurt) befindet sich auf einer Auslandsreise in Spanien. Im Rahmen eines Gipfels hält er auf einem Marktplatz eine wichtige Rede über den Krieg gegen den Terror und wird dabei von einem Heckenschützen niedergeschossen. Die beiden Secret Service Agenten Kent Taylor (Matthew Fox) und Thomas Barnes (Dennis Quaid) machen sich daraufhin natürlich sofort auf die Suche nach dem Attentäter und stoßen dabei auf verschiedene Augenzeugen und diverses Videomaterial, welches die Geschichte im Folgenden aus acht verschiedenen Blickwinkeln erzählt.
In Gefahr: US-Präsident Ashton (William Hurt). (Foto: ©Sony Pictures)
Wenig später schlittern die Beiden allerdings in ein völlig chaotisches und unüberschaubares Szenario, als eine Bombe hochgeht und eine Massenpanik ausbricht. Was danach geschieht bleibt vorerst ungewiss und lässt jede Menge Platz für Phantasien. "8 Blickwinkel" könnte sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Vom pathosgeladenen Blockbuster, über einen patriotisch aufgeheizten Anti-Terror-Streifen, bis hin zu einem aufwendig in Szene gesetzten, aber dennoch schlichten Action-Krimi ist alles möglich. Davon wird wohl letztendlich auch die Qualität des Films abhängen: Spielt der Streifen nur mit den aktuellen Ängsten der Hauptzielgruppe - den amerikanischen Kinogängern - oder trägt der Film eine tiefere Botschaft in sich und ist nur clever als klassische Hollywood-Produktion verpackt?
Die Auswahl der Besetzung spricht jedenfalls für Letzteres: Dennis Quaid ("Dem Himmel so fern"), William Hurt ("Syriana"), Matthew Fox ("Lost") oder Sigourney Weaver ("The Village - Das Dorf") sind alles keine Unbekannten auf der Kinoleinwand und mit Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland") hat man sogar einen relativ frisch gebackenen Oscar-Gewinner mit an Bord. Das nötige Personal für einen überzeugenden Action-Thriller ist also vorhanden. Bleibt abzuwarten, ob da die Handlung von "8 Blickwinkel" mithalten kann...
Bereits der Trailer ist allerdings so atemberaubend, dass es ein echtes Geduldsspiel wird, die Tage bis zum Filmstart durchzustehen. Und es bleibt vor allem deshalb so spannend, weil die bisherigen Informationen nicht verraten, welche Wendung der Film nehmen wird.