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Anonym mit dem Handy telefonierenScheinbar bodenlos schien der Datenskandal bei Deutscher Telekom, Deutscher Bahn und LBB zu sein. So wird deutlich, warum auch unbescholtene Bürger auf Ihren Datenschutz bedacht sein sollten. Denn Datenschützer schlagen Alarm, weil in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie so viele persönliche und vertrauliche Daten von unbescholtenen Bürgern erhoben, gespeichert und den Behörden zur Einsicht zur Verfügung gestellt wurden. Vor allem die Kommunikation über Internet, Telefon und Handy spielt dabei eine große Rolle. Schon jetzt können auch Sie auf Schritt und Tritt überwacht werden, ohne dass Sie es merken, ohne dass auch nur ein begründeter (oder unbegründeter) Verdacht gegen Sie vorliegt. Aber Sie können sich dieser Überwachung entziehen.
Noch ist das Telefonat privat, doch die Verbindungsdaten können später noch eingesehen werden.
Übersicht:
Überwachte Prepaid-Karten Wenn Sie in einen Laden gehen, der Mobiltelefone und Verträge anbietet, und ein Prepaid-Handy mit einer dazugehörigen Guthabenkarte kaufen, dann ist der Händler nach Paragraf 111 des Telekommunikationsgesetzes verpflichtet, vor der Freischaltung nicht nur die vergebene Rufnummer zu erfassen, sondern auch den Namen des Kunden, dessen Anschrift und Geburtsdatum. Hinzu kommt das Datum des Vertragsbeginns und, sofern auch ein Handy mit der Karte erworben wurde, die IMEI-Nummer des Handys, mit der das Mobiltelefon eindeutig zu identifizieren ist. Wege der Überwachung Auf alle diese Daten haben zurzeit eine Vielzahl von Institutionen Zugriff, darunter Polizei, Zollfahndung, Geheimdienste, Finanzdienstleistungsaufsicht oder der Zoll. Kombiniert man die persönlichen Daten mit den Daten, die beim Telefonieren beim Mobilfunkanbieter auflaufen, und die seit dem 01. Januar 2008 ein halbes Jahr lange zur möglichen Abfrage gespeichert werden müssen, ist es ein Leichtes, ein Bewegungsprofil von Ihnen zu erstellen und natürlich einzusehen, wen Sie so alles angerufen haben. Das Ende der Privatsphäre? Natürlich gibt es jetzt all diejenigen, die sagen werden, dass sie das nicht stört und das doch viel Lärm um nichts ist, weil sie beim Telefonieren doch ohnehin keine Straftat begehen und jeder wissen kann, wann die Tante oder der Arbeitgeber mit dem Handy angerufen wurden. Allerdings kann es auch schnell einmal passieren, dass jemand, der unter Beobachtung steht, Sie aus versehen anruft, weil er sich schlicht und ergreifend verwählt hat oder in ihrem entfernten Bekanntenkreis gibt es nun einmal jemanden, der bereits überwacht wird, vielleicht einen eigentlich ebenfalls völlig unbescholtenen Bürger, und somit geraten auch Sie schneller in die Überwachungsspirale, als gedacht.
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Ein Handy wechselt oft den Besitzer, doch die registrierten Benutzerdaten bleiben die alten.
Davon abgesehen ist es sicher nicht jedem Recht, wenn die Behörden protokollieren, wann er vielleicht mal eine nicht jugendfreie aber völlig legale Sex-Hotline angerufen hat, dass er mit einem Psychiater Gespräche geführt hat oder mit der Ehe- oder Drogenberatung. Wer sicher gehen will, dass solche Telefonate auch in Zukunft wieder privat oder wenigstens anonym sind, der kann entweder warten, bis die Verfassungsklage gegen diese Gesetzeslage erfolgreich durch alle Instanzen gelaufen ist, oder er entzieht sich mit einfachen und vollkommen legalen Mitteln der Überwachung. Am einfachsten setzt man dabei bei der Prepaid-Karte an. Prepaid-Karte ohne Datenerfassung Wenn Sie eine Prepaid-Karte bei einem Discounter erwerben, dann ist es dort oft möglich, diese ohne eine Ausweiskontrolle zu erwerben und später einfach mit einem erfundenen Namen zu registrieren. Immerhin sind die Anbieter nur verpflichtet, die Daten zu erheben, nicht sie auf ihre Korrektheit zu überprüfen. Höchstens auf dem Überwachungsvideo des Supermarktes sind Sie dann noch erfasst. Karten aus zweiter Hand Alternativ kann man auch eine bereits freigeschaltete und registrierte Prepaid-Karte kaufen. Solche Karten, oft auch mit dazugehörigem Handy, bekommt man problemlos bei Online-Auktionshäusern oder auf dem Flohmarkt. Die Karte ist dann auf eine andere Person registriert und somit kann Ihr Telefonverhalten nicht auf Sie bezogen werden. Zwar liegen dem Anbieter Ihre Telefondaten vor, aber eben nicht Ihr Name, Ihre Anschrift, Ihr Geburtstdatum und all die anderen Angaben, die zur Freischaltung aufgenommen wurden. Allerdings liegen wenigstens beim Onlinekauf dafür dem Verkäufer noch ihr Name und ihre Anschrift vor, vermutlich sogar zusammen mit ihren Kontodaten. Dennoch sind findige Datenschützer durch diese Möglichkeit auf eine Idee gekommen und haben das Prinzip der 2nd-Hand-Karten einfach mit einer Tauschbörse gekoppelt, in der Menschen ihre Prepaid-Karten tauschen können, ohne dass irgendjemand weiß, wer mit wem getauscht hat.
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