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Lust-Gen entdeckt

Von Corinna Heyer

"Och Schatz, heute nicht..." Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann gehört Ihr Herzblatt wahrscheinlich zu den Menschen, deren "Lustgen" die Variante "geringe Libido" in sich trägt. Den Zusammenhang zwischen der sexuellen Erregbarkeit eines Menschen und seinem Erbgut wollen Forscher rund um Richard Ebstein von der Hebrew-Universität in Jerusalem gefunden haben, die ihre Ergebnisse jüngst in der Fachzeitrschrift "Molecular Psychiatry" veröffentlicht haben.



Ganz klar: Die beiden haben das Lustgen mit der Variante "erhöhte Libido".

Dieser Studie vorausgegangen waren Experimente mit männlichen Ratten: Die israelischen Forscher fanden einen konkreten Zusammenhang zwischen der Erektionsfähigkeit der Nager und dem Dopamin-Rezeptor "D4" - dieser ist dafür zuständig, dass das Lustzentrum im Gehirn aktiviert wird.

In der aktuellen Studie fokussierte sich das Team um Ebstein daher auf das Gen, das für die Produktion dieses D4-Rezeptors zuständig ist. Dafür befragten sie 148 männliche und weibliche Studenten zu ihrem sexuellen Verlangen und verglichen die Aussagen damit, welche Variante des D4-Rezeptorgens im jeweiligen Erbgut vorlag.

Zwischen den Selbstbeschreibungen zur Libido und den zwei Varianten des "Lustgens" gab es einen deutlichen Zusammenhang, so die Forscher in der Fachzeitschrift "Molecular Psychiatry". Die eine Genvariation sorgte dabei für einen geringen Erregungsfaktor - diesen Wert ermittelten die Wissenschaftler anhand der Auswertung der Fragebögen -, die andere dagegen für eine erhöhte Libido.

Wie netdoktor schreibt, vermuten die Wissenschaftler, dass in den meisten Gesellschaften etwa zwei Drittel der Bevölkerung die Genversion für die verminderte Libido und nur ein Drittel die für die größere Lust in sich tragen.

Die Studie zeigt erstmals einen Zusammenhang zwischen einem einzelnen Gen und der sexuellen Begierde, so die Forscher weiter. Sie glauben, diese Ergebnisse könnten ein Umdenken im Verständnis der eigenen Sexualität sowie sexueller Störungen und ihrer Behandlung einläuten.

Quelle: netdoktor.de


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