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Windows-Echtheitscheck: Schwachstellen und Risiken

 (07.08.2006)

Vor einem Jahr führte Microsoft in den USA für Windows XP die Echtheitsprüfung ein. Neuerdings sind auch in Deutschland Updates nur erhältlich, wenn das Kontroll-Tool "Windows Genuine Advantage", kurz WGA, grünes Licht gibt. Nach der Einführung zieht Microsoft eine positive Bilanz: Von den mehr als 300 Millionen weltweit geprüften PCs hätte es nur eine Handvoll von "False Positives" gegeben - das sind Computer mit gültigen Lizenzen, die dennoch die Echtheitsprüfung nicht bestanden haben. Allerdings fiel einer von fünf XP-Rechnern aufgrund einer ungültigen oder gefälschten Lizenz durch - global betrachtet sind das immerhin 60 Millionen PCs, die nur die nötigsten Updates erhalten sollen. Laufen all diese Rechner nun Gefahr, zu potentiellen Angriffszielen für Viren, Würmer und Trojaner zu werden? Wir haben die Schwachstellen und Risiken unter die Lupe genommen.



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Übersicht:
  • Windows-Echtheitscheck: Schwachstellen und Risiken
  • Risiken durch die WGA

  • Blaue Sterne und nörgelnde Pop-Ups

    von Rainer Mersmann

    An der WGA führt kein Weg vorbei. Ob der PC über das "Automatische Update" oder mit "Windows Update" über "update.microsoft.com" auf dem Laufenden gehalten werden soll - als eines der ersten Programme wird das WGA-Tool heruntergeladen und installiert. Fällt Windows XP dann bei der Echtheitsprüfung durch, nervt das Programm fortan mit dem Hinweis "Diese Kopie von Windows ist keine Originalversion". Weiter geht es erst, wenn in einer Dialogbox "Originalversion erwerben" oder "Später beheben" angeklickt wird. Auch ein kleiner blauer Stern in der Task-Leiste und gelegentlich aufpoppende Fenster ermahnen den Benutzer immer wieder, doch bitte auf die legale Software umzusteigen. Zumindest ist es möglich, die Ermahnung so einzustellen, dass der Rechner nicht bei jedem Hochfahren gleich anhält. Eine Microsoft-Webseite erlaubt diesen Zugriff über den blauen Stern in der Tray-Leiste.


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    Prüfung gescheitert? Diese User sind betroffen

    Für das Scheitern der Echtheitsprüfung führt ein Microsoft-Sprecher mehrere Gründe an: Zum einen sind Nutzer betroffen, die gutgläubig eine gefälschte Windows-Version erworben haben. Eine andere Gruppe sind Benutzer, die zwar eine Originalversion besitzen, auf deren PC der Händler aber beim Verkauf oder bei einer Reparatur aus Bequemlichkeit ein vorkonfiguriertes XP-Image ohne gültige Lizenz installiert hat. In diesen Fällen zeige sich Microsoft kulant, wenn entsprechende Belege für den Kauf vorgelegt würden, versichert der Sprecher. Auch bei Usern, die die gleiche XP-Kopie auf mehr als einem Rechner installieren, schlägt die Überprüfung fehl. Selbst wenn der Anwender sich keiner Schuld bewusst ist, aus Microsoft-Sicht ist dies eindeutig eine Verletzung des "End User License Agreements" (EULA) und das Scheitern der WGA-Prüfung hätte einen erzieherischen Effekt. Der überwiegende Teil der gescheiterten Prüfungen ist aber auf den Einsatz von Raubkopien zurückzuführen. Von mehr als einer Million chinesischer PCs ist beispielsweise der Lizenzschlüssel einer Universität aus den USA übermittelt worden.


    Das bezweckt Microsoft mit dem Echtheitscheck

    Wen will Microsoft mit der WGA-Prüfung treffen? Wer eine Raubkopie einsetzt, weiß, was er auf seinem PC hat - und wird Mittel und Wege finden, die WGA zu umgehen oder zu deaktivieren, um doch in den Genuss aller Downloads zu kommen. Entsprechende Tipps und Tools sind im Internet und in Tauschbörsen zahlreich vorhanden. Auch Microsoft wird das wissen und hat bisher keine Anstrengungen unternommen, solchen Tricksern das Handwerk zu legen. Es scheint dem Unternehmen in erster Linie darum zu gehen, betrügerischen Händlern auf die Spur zu kommen, die gutgläubigen Kunden gefälschte Lizenzen unterjubeln. In den USA hat Microsoft schon Klagen gegen 26 Händler eingereicht. Im Kampf gegen die Software-Piraterie bleiben allerdings die arglosen Normalnutzer auf der Strecke, deren gekaufte XP-Version durch die Echtheitsprüfung gefallen ist, und die nicht wissen, wie sie dennoch an die notwendigen Updates kommen können.


    Lesen Sie auf der nächsten Seite: Risiken durch die WGA
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