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Microsofts Bruchlandungen

 (14.08.2006)

Nach mehr als dreißig Jahren will Microsoft Chef Software Architekt Bill Gates demnächst in den vorgezogenen Ruhestand treten. Im Anschluss an die für die kommenden zwei Jahre geplante Übergangsphase, soll 2008 der Führungswechsel in Redmond vollzogen sein. Auch wenn man vermuten könnte, dass jedes Projekt, das der Gründer des weltgrößten Softwarekonzerns anpackte, von Erfolg gekrönt war, so säumen auch zahlreiche Fehlgriffe den Weg des Firmenchefs. Wir zeigen Ihnen die eklatantesten Schnitzer, die sich das Expansionsgenie im Laufe der Jahre leistete.



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Übersicht:
  • Microsofts Bruchlandungen
  • Auch ein Milliardär ist nicht frei von Irrtümern

  • von Ralf Horn

    Mit einer fortschrittlichen Benutzeroberfläche und sprechenden Figuren wollte Bill Gates das Betriebssystem Windows auch für Computer-Greenhorns bedienbar machen. Unter dem Namen "Microsoft Bob" wurde einer der größten Flops der Konzerngeschichte entwickelt.

    Durch einen intuitiv zu bedienenden Desktop sollte es gelingen, dem 1994 aktuellen Betriebssystem Windows 3.1x eine einfach zu handhabende und auch für Computerneulinge durchschaubare Windows-Welt zu schaffen. Die Programmiererin Melinda French entwickelte eine knallbunte grafische Benutzeroberfläche, die später als Zusatzprogramm für Windows angeboten werden sollte.

    Anstatt auf dem normalen Desktop bewegte sich der Nutzer in einem als Wohnraum gestalteten Bild. Der Klick auf Gegenstände des Zimmers öffnete die Anwendungen. So führte beispielsweise der Wandkalender zum Terminplaner. Andere Symbole konnten zwar angeklickt werden, sorgten dann aber durch die Fehlermeldung "Achtung. Dies ist ein dekoratives Objekt. Es startet keinerlei Programm und tut nichts Besonderes" für Verwirrung.

    Durch die zahlreichen "sprechenden" Animationen wurde nicht nur das System ausgebremst, vielmehr waren die Anwender auch innerhalb kürzester Zeit total entnervt. Bis in die XP-Zeit hat sich das goldfarbene Hündchen "Rover" halten können, das noch heute durch die XP-Suchfunktion spukt.


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    Die Ursache für den wohl größten Misserfolg der Microsoft-Geschichte waren sicherlich nicht nur der verhältnismäßig hohe Preis von etwa 100 Dollar und die für damalige Zeiten hohen Systemanforderungen. Vielmehr ist eine schlechte Marktstrategie einer der Hauptgründe für das Scheitern des BOB-Projekts. Nahezu zeitgleich mit der Markteinführung von BOB wurde im Februar 1995 Microsofts neues Betriebssystem Windows 95 vorgestellt. Statt sich mit einer Windows 3.1x-Erweiterung herumzuschlagen, wechselten viele potenzielle BOB-Anwender vermutlich direkt zu dem brandneuen Betriebssystem. Bis zur Einstellung des Projektes konnte Microsoft lediglich 30.000 Kunden für den Einsatz von BOB interessieren.


    Microsofts Misserfolge

    Mit der "Windows Millennium Edition" (Windows Me) vollzieht Microsoft im September 2000 den letzten Schritt auf dem Weg, DOS aus den Betriebssystemen zu verbannen.

    Das Produkt ME scheint ein aus der Not geborenes Kind zu sein. Anfänglich hatten die Redmonder geplant die Linien Windows 9.x und das professionelle NT4-Nachfolgesystem Windows 2000 (ab Februar 2000 erhältlich) zu einem Betriebssystem zu vereinen.

    Windows ME enthält auf den ersten Blick kein DOS mehr, allerdings trügt der Schein. Der DOS-Modus ist lediglich "versteckt" und der Anwender kann nur noch auf sogenannte DOS-Fenster zugreifen. Die wohl interessanteste Neuerung des Systems ist die Einführung der Systemwiederherstellung. Dieses Feature erlaubt es in den Systemzustand vor einer Systemveränderung wie beispielsweise einer Softwareinstallation zurückzukehren.

    Das häufig als farbiges "Windows 98" verhöhnte Betriebssystem Windows ME ist, nicht zuletzt durch erhebliche Stabilitätsprobleme, bei den Anwendern nicht besonders beliebt. Viele Kunden bleiben daher lieber bei der gewohnten Windows 98-Version.


    20 Jahre Windows

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