Das Ende der Ära Windows - was plant Microsoft für die ZukunftSeit Monaten brodelt es wieder einmal in der Gerüchteküche rund um Microsoft. Den Zündstoff für zahlreiche Spekulationen liefert allerdings nicht der geplante Vista-Nachfolger "Windows 7". Vielmehr steht das "Ende" des Windows-Zeitalters zur Debatte. Unter der Bezeichnung "Midori" werkelt man in Redmond an dem Projekt eines möglichen Windows-Erben.
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von Ralf Horn Microsoft hat große Pläne für die Zukunft. Bereits seit Jahren sind kluge Köpfe in Redmond damit beschäftigt, Visionen für die Zeit nach der Ära Windows zu durchleuchten und nach Lösungen zu suchen, wie künftige Betriebssysteme und deren Komponenten strukturiert sein sollten; dies bislang allerdings unter strengster Geheimhaltung. Im Mai dieses Jahres sorgte dann ein erster Hinweis auf den Windows-Nachfolger für Furore. In dem unter dem Titel "Microsoft 2.0" (ISBN-10: 0470191384 - ISBN-13: 978-0470191385) veröffentlichten Buch von Mary-Jo Foley erzählt die Autorin von einem möglichen Windows-Nachfolgeprojekt mit dem Namen "Midori", das unter der Leitung von Microsoft Senior Vice President, Technical Strategy Eric Rudder (externer Link) entwickelt werden würde. Nach dem sich zunächst nur wenige Berichterstatter für das "nahende Ende" von Windows interessierten, verbreitete sich die Nachricht über das "Midori-Projekt" (Lexikon) im Juli 2008 plötzlich wie ein Lauffeuer. Verantwortlich für den jähen Hype waren sicherlich die sich gegenseitig mit Schlagzeilen übertrumpfenden Berichte quer durch die Medienlandschaft. So Titelte beispielsweise das Magazin InfoWorld "Microsoft prepares for end of Windows with Midori" (externer Link). Andere renommierte Blätter behaupteten Einsicht in interne Microsoft-Dokumente gehabt zu haben, die zumindest die Gerüchte über Midori bestätigen würden. Im Gegensatz zu Windows soll Midori vom einzelnen Computer unabhängig sein und dank der Technik des so genannten Cloud Computing (Lexikon) sowohl Daten als auch Programme unterschiedslos lokal und über das Internet nutzen können. Der User könnte dadurch einfacher von unterschiedlichen Geräten wie beispielsweise Laptop, Handy oder MP3-Player auf seine Daten und Programme zugreifen. Microsoft selbst äußert sich – wenn überhaupt – nur sehr zurückhaltend zu neuen Projekten. Zwar haben Unternehmenssprecher im August die Existenz von Midori bestätigt, aber auch betont, dass es sich um eines von zahlreichen Entwicklungsprojekten handeln würde. Keine der bisherigen Verlautbarungen aus Redmond enthält auch nur den geringsten Hinweis auf eine mögliche Nachfolge von Windows. Trotz der unzähligen Vorhersagen, Vermutungen und Gerüchte gibt es keine konkreten Anzeichen dafür, dass Windows in der näheren Zukunft entthront wird. Zunächst erwartet die gespannte Windows-Gemeinde die ersten Vorabversionen des kommenden Betriebssystems Windows7 bzw. die für 2009 geplante Freigabe des Vista-Nachfolgers.
Auf dem Weg in die "wolkige" Zukunft Schon mehrfach in den vergangenen Wochen hat Microsoft-Chef Steve Ballmer (externer Link) Hinweise darauf gegeben, dass die Vorstellung eines neuen Betriebssystems mit dem Namen "Windows Cloud" geplant sei.
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Vor wenigen Tagen hat der Geschäftsführer des Software-Giganten nun erstmals fest umrissen, dass es voraussichtlich noch im Oktober 2008 ein zusätzliches Betriebssystem mit der Bezeichnung "Windows Cloud" geben werde. Detailliertere Aussagen wollte Ballmer allerdings (noch) nicht machen. In Fachkreisen wird aber vermutet, dass Microsoft im Rahmen der beiden Konferenzen PDC und WinHEC dem Publikum das auf der Technik des so genannten Cloud Computing basierende Betriebssystem präsentieren will. Dieser Schritt könnte einer der ersten offiziellen Wegbereiter in Richtung eines "wolkigen" Betriebssystems aus Redmond sein, wie es mit der Midori-Entwicklung angedacht ist. Spinnt man den Faden weiter, könnte man mutmaßen, dass irgendwann in den kommenden Jahren das neue Cloud mit dem aktuellen Windows zu einer Einheit verschmolzen wird und damit der Schritt zu einem vollkommen neuem Betriebssystem, dem Erben von Windows, vollzogen ist. Ob dieses Gedankenspiel den tatsächlichen Plänen des Redmonder Giganten entspricht, ob und wann ein solches oder ein ähnliches Model realisiert werden könnte, steht in den Sternen und ist nur eine von vielen subjektiven Spekulationen zum Themenbereich "Das Ende von Windows". Derzeit möchte Microsoft mit Windows-Cloud offenbar den Mitbewerbern, die schon längere Zeit mit für das Web optimierten Applikationen punkten, entsprechende Anwendungen aus dem eigenen Hause entgegen setzen. Will man die Zukunft des weltweiten Datennetzes nicht verschlafen, ist man in Redmond nahezu gezwungen auf den Cloud-Zug aufzuspringen. Dies scheint besonders nach der Vorstellung des für den wolkigen Einsatz optimierten Google-Browser Chrome unabdingbar.
Erster Schritt mit Live Mesh Sieht man von der Bekanntgabe eines kurz vor der Veröffentlichung stehenden Betriebssystems einmal ab, lässt das Ballmer-Statement viel Raum für Spekulationen. In aller Deutlichkeit betonte der Microsoft-Chef, dass es sich bei Windows Cloud und Windows 7 um zwei verschiedene Entwicklungszweige handle. Zudem werde man keine, in aller Eile auf Cloud "getrimmten", Desktop-Programme wie Office ins Netz setzen. Frei nach der Devise "Software plus Services" wolle man, erläuterte Ballmer weiter, Anwendungen entwickeln, die weitaus mehr leisten können, als einfache Applikationen, die lediglich im Browser laufen würden. Mit Cloud-Computing gibt Microsoft einen ersten konkreten Hinweis darauf, in welche Richtung man künftig im Bereich von Betriebssystemen und Anwendungen marschieren wird. Neben dem gewohnten Gebiet der Desktop-Betriebssysteme wird auch Microsoft künftig mit darauf abgestimmten Betriebssystemen das Segment Cloud-Computing abdecken.
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