Windows 7: mehr als nur ein Vista-Abklatsch(17.11.2008)Fast zwei Jahre nach der Fertigstellung von Windows Vista hat der Software-Gigant Microsoft vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit erstmals einen Blick auf eine frühe Entwickler-Version des kommenden Redmonder Betriebssystems gewährt. Für Windows 7 verspricht der Hersteller viele Innovationen und Verbesserungen. Wir haben einen Blick auf die bereits in der Pre-Beta-Version implementierten Neuerungen geworfen.
Top-Downloads
Übersicht:
von Ralf Horn Kaum hat Microsoft der Öffentlichkeit erstmals einen Blick auf das kommende Windows-Betriebssystem gestattet, scheint es so, als habe es das vielfach mit harscher Negativkritik bedachte Vista nie gegeben. Glaubt man den zahlreichen euphorischen Berichten, so wird mit dem neuen Stern am Windows-Himmel wieder einmal alles besser. Die gleichen Stimmen, die noch vor wenigen Wochen Vista wegen des bunten Outfit und auf Grund zahlreicher mutmaßlicher Schwächen verteufelten, überschlagen sich heute mit Lobeshymnen für den Nachfolger. Doch scheint der Hype "Seven" den einen oder anderen Enthusiasten vergessen zu lassen, dass in Windows 7 ein Vista-Herz schlägt. Allerdings betont Microsoft immer wieder, dass Windows 7 zwar auf der Basis des Kernel von Vista entwickelt wird, die Grundlage des neuen Betriebssystems aber einer gründlichen Überarbeitung unterzogen worden ist. Zwischenzeitlich stehen Dokumentationen sowie Videobeiträge der Redmonder Entwickler zur Verfügung, in denen die Veränderungen am Windows-7-Kernel verdeutlicht werden (externer Link).
Windows 7 Pre-Beta Die Konferenzteilnehmer konnten sich über den Datenträger einer im September fertiggestellten Vorabvariante von Windows 7 freuen. Allerdings sind in der verteilten Build 6801 – Milestone M3 leider nur weniger der neuen Highlights aktiviert. Man ist vorsichtig geworden in Redmond und möchte offenbar keine Erwartungen wecken, die möglicherweise nicht erfüllt werden können. So werden sicherlich einige der in den Vorträgen der Konferenz gezeigten und auf aktuelleren Vorversionen beruhenden Features sicherlich nicht oder in veränderter Form in der finalen Variante von "Seven" auftauchen. Findigen Programmierern gelang es ab, bereits kurz nach der Ausgabe der Testversion die aus Stabilitätsgründen von Microsoft abgeschalteten optischen Innovationen der Windows 7-Oberfläche freizuschalten und den "Tweak" über die Foren des Web bekannt zu machen (externer Link).
Neues Outfit: viel Vista und ein wenig Apple Die neue "Superbar" – so die Bezeichnung – war in der PDC-Build nicht freigeschaltet. Erst nach einem Eingriff in die Tiefen des Systems konnten wir die noch nicht ganz stabil laufende und optisch nicht der endgültigen Planung entsprechende Innovation bewundern. Die augenfälligste Änderung der durchscheinenden Superbar ist neben der etwa 50 Prozent größeren Ansicht – die bei Bedarf aber angepasst = verkleinert werden kann – das neue Äußere, das doch sehr stark an die Taskleiste eines Betriebssystems aus Cupertino erinnert. Einzelne Programm-Symbole können der Leiste hinzugefügt oder daraus entfernet werden. So können Sie beispielsweise das Icon einer laufenden Applikation mit der rechten Maustaste anklicken und über die entsprechende Option aus dem Kontextmenü dauerhaft in der Leiste verankern. Nach dem Beenden des Programms bleibt das Symbol in der Leiste. Auf diesem Weg wird die – derzeit noch vorhandenen – Schnellstartleiste eines Tages der Vergangenheit angehören.
Mehr Artikel
Die in der Taskleiste abgelegten Symbole können Sie jetzt beliebig anordnen. Fahren Sie mit der Maus über die einzelnen Icons, zeigt Ihnen ein kleines Vorschaufenster über der Leiste, was sich hinter dem Icon verbirgt. In bestimmten Programmen wie beispielsweise dem Windows Explorer oder dem Internet Explorer 8, werden alle Fenster oder Tabs gleichzeitig in einer Reihe aus Vorschaubildern angezeigt; recht der Platz in der Breite für die Darstellung von Grafiken nicht mehr aus , schaltet die Anzeige automatisch in eine Listenansicht um. Ebenfalls in einem anderen Outfit wird vermutlich das erscheint das Startmenü von Windows 7 erscheinen. Neben höherer Transparenz wird es möglicherweise auch etwas veränderte bzw. mit neuen Funktionen belegten Schaltflächen Sperren und Energie sparen geben. Die neuen Buttons waren allerdings nur in den auf der PDC bzw. WinHEC gezeigten Buils zu bewundern. Windows 7 erscheint wieder ohne die Sidebar. Die von den meisten Nutzern sowieso deaktivierte Funktion haben die Redmonder Entwickler ins Daten-Nirwana geschickt. Auf die sinnvollen Gadgets wollen man jedoch nicht verzichten. Diese können jetzt einfach an beliebiger Stelle auf dem Desktop abgelegt werden. Überarbeitet wurde auch der Tray-Bereich neben der Uhr. Um Überfüllung und häufige Popup-Einblendungen zu vermeiden, werden standardmäßig neben Datum und Uhrzeit lediglich drei Symbole sowie ein kleiner Pfeil angezeigt. Das Klicken auf den Pfeil zeigt ein Vorschaufensterchen, in dem weitere Tray-Icons abgelegt sind sowie eine Schaltfläche "Customize?" über die Sie festlegen können, welche Symbole angezeigt werden zulassen oder verhindern, dass Meldungen eingeblendet werden.
Windows entschlackt, aufgepeppte Applikationen Einige der seit vielen Jahren in Windows verwendeten Programme hat Microsoft jetzt durch das moderne Kleid des mit Office 2007 eingeführten Ribbon-Interfaces aufgewertet. So glänzen Wordpad und Paint nunmehr mit dem verbesserten Outfit.
Netzwerk & Co. Erste Tests haben jedoch gezeigt, dass Alternativen wie Firefox, SeaMonkey oder Google Chrome ihre Aufgaben nahezu perfekt unter Windows 7 erledigen. Ein Schmankerl für die Vernetzung heimischer PCs sind die Möglichkeiten der sogenannten Homegroup. Mit nur wenigen Klicks sind die Rechner des Mini-Netzwerkes automatisch konfiguriert. Alle in einem Heimnetzwerk angeschlossenen Windows-7-Rechner finden sich gegenseitig und können untereinander kommunizieren bzw. Daten austauschen. Im Rahmen der ersten Einrichtung des Heimnetzwerkes kann der Anwender ein Passwort vergeben, über das sich dann alle anderen Rechner des Netzwerkes anmelden können. Das zunächst von Windows generierte kryptische Passwort für die Homegroup kann bei Bedarf durch ein eigenes ersetzt werden. Innerhalb der Homegroup ist es möglich, über den Explorer auf alle Dateien aller Rechner zuzugreifen. Per Mausklick können beispielsweise neue Ordner der Bibliothek des Heimnetzwerkes hinzugefügt werden. Angesichts der neuen Möglichkeiten durch virtuelle Verzeichnisse – dazu später mehr, ist es gleichgültig, wo sich die in den Ordnern abgelegten Dateien befinden. Über ein Dialogfeld kann der Nutzer die Freigabe seiner Verzeichnisse und Drucker festlegen.
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||