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Vista Preise: Warum ist das Betriebssystem in Europa so teuer?

 (01.03.2007)

Computer-Software ist teuer, Windows Betriebssysteme sind kostspieliger, Vista ist unerschwinglich. Für eine Vollversion des neuen Zugpferdes aus Redmond muss der Kunde in Europa erheblich mehr bezahlen, als der Anwender im Ursprungsland der Software. Zu Recht fragt sich die Microsoft-Kundschaft, wo die Gründe für die immensen Preisdifferenzen liegen könnten.



von Ralf Horn

Viele Vista-Interessenten der alten Welt sind nicht gerade begeistert, wenn sie die europäischen Verkaufspreise des neuen Microsoft Betriebssystems mit denen in den Vereinigten Staaten von Amerika vergleichen.

In den Ländern unseres Kontinents liegen die Anschaffungskosten für eine Vollversion der Redmonder Software erheblich höher, als für die gleiche Vista-Version in den USA.

So kostet beispielsweise Windows Vista Ultimate in den Vereinigten Staaten gegenwärtig etwa 400 Dollar (305 Euro), in unseren Breitengraden verlangen die Einzelhändler derzeit etwa 500 Euro (655 Dollar), also satte 64 Prozent mehr (Stand 01. März 2007). In den ersten vier Wochen des Vista-Verkaufs war der Unterschied noch gigantischer. Im Februar 2007 musste der amerikanische Käufer 82 Prozent weniger für die Vista-Topp-Edition bezahlen, als sein Pendant in Europa.

Zu Recht fragt sich die Microsoft-Kundschaft, wo die Gründe für die immensen Preisdifferenzen liegen könnten. Selbst wenn die Transportkosten sowie die Gebühren für das Verbringen der Ware in den Europäischen Markt (Zoll und EuSt) auf den Großhandelspreis aufgeschlagen werden, dürfte der Preisunterschied für das einzelne Programmpaket nur verschwindend gering ausfallen.


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Wie inzwischen in unterschiedlichen Online-Magazinen zu lesen ist, begründen Microsoft-Sprecher die Preisdiskrepanzen auch damit, dass auf dem amerikanischen Markt im Vergleich zu Europa ungleich größere Paketmengen absetzbar sind. Zudem habe der Konzern keinen Einfluss auf die Preisgestaltung des Einzelhandels.

Doch erscheinen diese Argument eher fadenscheinig. Offenbar hat man sich in Redmond beim Jonglieren mit den Einwohnerzahlen der Absatzmärkte etwas vertan. Im europäischen Raum leben etwa 680 Millionen mögliche Kunden, in Nordamerika dagegen ungefähr 454 Millionen.

Führt man diesen hypothetischen Rechenweg auf der Grundlage von Analysen weiter, kommt man zu einem ganz erstaunlichen Ergebnis:

Nach Marktforschungs-Untersuchungen stehen in mehr als 90 Prozent der amerikanischen Haushalte ein PC, in Europa dagegen sind nur etwa 70 Prozent der Bevölkerung am heimischen Herd mit einem Rechner ausgestattet. Rechnerisch ist demnach in der Gemeinschaft der wichtigsten Europa-Länder die Anzahl der PCs im Privatbereich höher, als im Gesamtverbund aller Bundesstaaten der USA.


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Zudem ist Europa ein wachsender Markt, täglich steigt die Zahl der Familien, die sich für den Computer im Wohnzimmer entscheiden. Was läge also näher, als mit einem kostengünstigen Betriebssystem den Anschaffungspreis für einen Rechner zu verringern und ein solches Vorhaben zu unterstützen. Auch als Weltmarktführer sollte man dem Marketing im Privatkundenbereich keine untergeordnete Bedeutung beimessen!

In Großbritannien versuchen die Bürger jetzt mit Hilfe der Staatsmacht gegen die überzogenen Preisforderungen für Windows Vista vorzugehen.

Über das Internet-Portal der Regierung kann jeder Bewohner eine Petition unterzeichnen, mit der an den Britischen Premierminister Tony Blair appelliert wird, Microsoft unter Druck zu setzen, das Betriebssystems auf der Insel zu verbilligen.

Ob der Redmonder Konzern bzw. dessen Vorsitzender Bill Gates - der im Jahr 2005 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen und zum Knight Commander des Order of the British Empire (KBE) ernannt worden war - auf eine solche Forderung aus der Downing Street eingeht, bleibt allerdings zu bezweifeln.


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