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Redmonder Irrtümer und Fehlschläge

 (02.07.2007)

Vor mehr als dreißig Jahren erblickte in einem Vorort von Seattle, der größten Stadt des US-Bundesstaates Washington, die Softwareschmiede Microsoft das Licht der Welt. Innerhalb weniger Jahre mauserte sich das 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründete Unternehmen zum weltweit größten Softwarehersteller. Auch wenn die Vermutung nahe liegt, dass jedes Projekt aus Redmond von Erfolg gekrönt war, so säumen auch zahlreiche Misserfolge den Weg der Firmengeschichte. Wir zeigen Ihnen die beachtlichsten Bauchlandungen des Konzerns.



Übersicht:
  • Redmonder Irrtümer und Fehlschläge
  • Von DOS bis Vista - Microsofts Nieten

  • von Ralf Horn

    Ein Computer allein macht nicht glücklich. Ohne die passende Software sind die aus unserem Leben nicht mehr wegzudenkenden Rechenmaschinen nichts weiter als nutzlose Kästen aus Metall und Kunststoff. Erst durch das gezielte Steuern von Funktionsabläufen wird die dumme Hardware für den Menschen nutzbar.

    Allerdings ist der "Faktor" Mensch nicht frei von Fehlversuchen und Irrtümern. So ist es durchaus möglich, dass ein mit großem Aufwand entwickeltes Steuerungsprogramm zwar den Machern gefällt, später vom Benutzer jedoch abgelehnt wird.

    Schon in den Anfängen des heute weltweit größten Softwareherstellers "Microsoft" gab es – wie in jedem anderen Unternehmen auch – Denkfehler der Entscheidungsträger, was die Freigabe des einen oder anderen Produktes anbetraf. Im Verlauf von vielen Jahren Entwicklungsarbeit hat sich das Unternehmen zahlreiche Bruchlandungen "geleistet".

    Redmonder Heimcomputer
    Als Gegengewicht zu dem schnell wachsenden Markt der Heimcomputer wurde 1982 in Kooperation zwischen der ASCII Corporation und Microsoft Japan das MSX-Computersystem entwickelt.

    Allerdings konnten sich die Rechner mit dem "Microsoft Extended" Basic nicht zuletzt wegen des relativ späten Vorstellungszeitpunktes nicht mehr gegen die starke Konkurrenz von Commodore, Atari und Sinclair behaupten.

    "BOB" Bunt, funktionell, vom Kunden abgelehnt
    Mit einer fortschrittlichen Benutzeroberfläche und sprechenden Figuren wollte Microsoft Firmengründer Bill Gates das Betriebssystem Windows auch für Computer-Greenhorns attraktiv machen. Unter dem Namen "Microsoft Bob" wurde einer der größten Flops der Konzerngeschichte entwickelt.

    Durch einen intuitiv zu bedienenden Desktop sollte es gelingen, dem 1994 aktuellen Betriebssystem Windows 3.1x eine einfach zu handhabende und auch für Computerneulinge durchschaubare Windows-Welt zu schaffen. Die Programmiererin Melinda French entwickelte eine knallbunte grafische Benutzeroberfläche, die später als Zusatzprogramm für Windows angeboten werden sollte.

    Anstatt auf dem normalen Desktop bewegte sich der Nutzer in einem als Wohnraum gestalteten Bild. Der Klick auf Gegenstände des Zimmers öffnete die Anwendungen. So führte beispielsweise der Wandkalender zum Terminplaner. Andere Symbole konnten zwar angeklickt werden, sorgten dann aber durch die Fehlermeldung "Achtung. Dies ist ein dekoratives Objekt. Es startet keinerlei Programm und tut nichts Besonderes" für Verwirrung.

    Durch die zahlreichen "sprechenden" Animationen wurde nicht nur das System ausgebremst, vielmehr waren die Anwender auch innerhalb kürzester Zeit total entnervt. Bis in die XP-Zeit hat sich das goldfarbene Hündchen "Rover" halten können, das noch heute durch die XP-Suchfunktion spukt.

    Die Ursache für den wohl größten Misserfolg der Microsoft-Geschichte waren sicherlich nicht nur der verhältnismäßig hohe Preis von etwa 100 Dollar und die für damalige Zeiten hohen Systemanforderungen. Vielmehr ist eine schlechte Marktstrategie einer der Hauptgründe für das Scheitern des BOB-Projekts.

    Nahezu zeitgleich mit der Markteinführung von BOB wurde im Februar 1995 Microsofts neues Betriebssystem Windows 95 vorgestellt. Statt sich mit einer Windows 3.1x-Erweiterung herumzuschlagen, wechselten viele potenzielle BOB-Anwender direkt zu dem brandneuen Betriebssystem. Bis zur Einstellung des Projektes konnte Microsoft lediglich 30.000 Kunden für den Einsatz von BOB interessieren.

    Windows Millennium Edition
    Mit der "Windows Millennium Edition" (Windows Me) vollzieht Microsoft im September 2000 den letzten Schritt auf dem Weg, DOS aus den Betriebssystemen zu verbannen.

    Das Produkt ME scheint ein aus der Not geborenes Kind zu sein. Anfänglich hatten die Redmonder geplant die Linien Windows 9.x und das professionelle NT4-Nachfolgesystem Windows 2000 (ab Februar 2000 erhältlich) zu einem Betriebssystem zu vereinen.

    Windows ME enthält auf den ersten Blick kein DOS mehr, allerdings trügt der Schein. Der DOS-Modus ist lediglich "versteckt" und der Anwender kann nur noch auf sogenannte DOS-Fenster zugreifen. Die wohl interessanteste Neuerung des Systems ist die Einführung der Systemwiederherstellung. Dieses Feature erlaubt es in den Systemzustand vor einer Systemveränderung wie beispielsweise einer Softwareinstallation zurückzukehren.

    Das häufig als farbiges "Windows 98" verhöhnte Betriebssystem Windows ME ist, nicht zuletzt wegen erheblicher Stabilitätsprobleme, bei den Anwendern nicht besonders beliebt. Viele Kunden bleiben daher lieber bei der gewohnten Windows 98-Version.

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    Kommentare:
    Vista ist wohl auch ..... (2 Antworten) Porschemann2,
    05.07.2008 20:00
    Ich habe keine Ahnung was ihr alles so mit euern Rechnern treibt. Bei meinem Notebook läuft das Zeug wie die Sau. Ich habe alle unwichtigen Prozesse gestoppt. Zonealarm, Antivir und Spybot...
    Zitatantwort »   antworten »

    Vista Flop (2 Antworten) BöhserOnkel71...,
    28.05.2008 01:50
    Ich denke Vista ist auch nur eine Zahnfüllung wie ME98,da für 2010 WinNT 7.0 angekündigt ist.Ich habe selber Vista,und kann nur sagen das alle meine Xp Programme und Spiele laufen. Vista braucht...
    Zitatantwort »   antworten »

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