Deutschlands Chefs: viele Spitzel und SpioneFrüher konnte man den prüfenden Blick des Chefs über die Schulter noch wahrnehmen. Dann wurde hektisch in den Akten gekramt oder wild in die Schreibmaschinentasten gehauen. Heute brauchen die Chefs und Personalabteilungen nicht mehr durch die Firma zu schleichen und nervöse Mitarbeiter mit einem prüfenden Blick zu kontrollieren. Heute erledigt das eine Software. Sie protokolliert alles, was an diesem PC gemacht wird.Übersicht:
von Michael Röhrs-Sperber Interessanterweise empfinden 56,1 Prozent der Arbeitnehmer für die Überwachung Ihres Chefs sogar Verständnis. Er kann sich die Ergebnisse des Spionageprogramms jederzeit auf seinen Monitor holen und so die Arbeitsleistungen der Mitarbeiter kontrollieren. Nicht weiter schlimm denken Sie. Leider doch! Ihr Chef kann zum Beispiel bei den nächsten Gehaltsverhandlungen ein Blatt Papier mit ihren PC-Aktivitäten aus dem Hut zaubern. Er könnte Ihnen dann vorhalten, sie arbeiten zu langsam, erledigen zu viele private Sachen in der Firma und surfen zu häufig auf ebay. Dann ist es meist Essig mit der Gehaltserhöhung. Oder Ihr Chef benutzt die Protokolle bei der nächsten Entlassungswelle als "Ideenliste". Frei nach dem Motto: Wer mehr als fünf private emails pro Monat versendet, fliegt raus! Außerdem: Sie arbeiten hart in Ihrem Job. Und da muss es auch mal möglich sein, privat zu telefonieren, zu emailen oder zu surfen. Sie dürfen ja schließlich auch eine Rauchpause einlegen oder ein kurzes Schwätzchen mit den Kollegen oder Kolleginnen halten.
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