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Zäher Reiher geschlüpft - Ubuntu Linux 8.04 freigegeben

 (25.04.2008)

In Abständen von etwa sechs Monaten sorgen die Programmierer der beliebten Linux-Distribution "Ubuntu" für erhöhten Pulsschlag bei den Anwendern. In halbjährlicher Folge wird die Neuauflage des Betriebssystems zum Download freigegeben. Unter dem Codenamen "Hardy Heron" kann jetzt Ubuntu 8.04 LTS von den Servern geladen werden.



von Ralf Horn

Für Linux-Fans ist die halbjährliche Veröffentlichung einer neuen, mit zahlreichen Überarbeitungen und Verbesserungen versehenen Ubuntu-Distribution längst zur festen Einrichtung in der Terminplanung geworden.

Bei der Weiterentwicklung des Betriebssystems haben die Ubuntu-Macher in den vergangenen zwei Jahren viel Wert auf zahlreiche Detailverbesserungen sowie auf Innovationen wie beispielsweise die Integration neuer Fenstermanager gelegt.

Das aktuelle Ubuntu 8.04 bringt im Gegensatz zu seinen Vorgängern auf den ersten Blick keine überragenden Reformen.

Unter dem "Federkleid" der Distributionen des "zähen Reihers" haben die Entwickler in erster Linie für ein auf Stabilität und Zuverlässigkeit getrimmtes Betriebssystem gesorgt.

Die Basis von Hardy bildet der Kernel 2.6.24. Der Desktop wird durch Xorg 7.3 und Gnome 2.22 dargestellt. Wie gewohnt sorgt der standardmäßig aktivierte Composition- und Windowmanager Compiz für raffinierte 3D-Desktop-Effekte.

Ubuntu 8.04 mit Blick auf den Unternehmenseinsatz
Mit Hardy Heron wurde zwei Jahre nach Ubuntu 6.06 (Dapper Drake) eine weitere Version des Betriebssystems mit Long Term Support (LTS) vorgestellt. Mit der verlängerten Update-Garantie des LTS von drei Jahren für Desktop-Varianten sowie von fünf Jahren für Server-Versionen wurde Ubuntu 8.04 explizit für den Einsatz in Firmen und Behörden konzipiert.

Zum Launch von Hardy Heron zeigte sich Mark Shuttleworth – Gründer und Geschäftsleiter des Ubuntu-Hauptsponsors "Canonical Ltd" – in einem BBC-Interview (Link) von "seinem" Linux begeistert. Er bezeichnete "Hardy Heron" als die bislang wichtigste Ubuntu-Version, die je veröffentlicht wurde.

Zwischenzeitlich sei Ubuntu so bekannt und beliebt, dass immer mehr User dieses alternative Betriebssystem einsetzen würden, erläuterte er. Ubuntu werde gegenwärtig von etwa acht bis neun Millionen Anwendern genutzt. Zu einem der überzeugendsten Projekte könne man die Umstellung von rund 50.000 Arbeitsplatzrechnern bei der französischen Gendarmerie zählen.

Weiter sagte Shuttleworth, dass auch bei den Heimanwendern innerhalb der vergangenen sechs Monate eine veränderte Sichtweise auf Linux zu beobachten gewesen sei. Gerade der Eee PC und die immer stärker auf den Markt drängenden Mini-Notebooks (Link) zeigen, dass sich das Betriebssystem nicht nur für den Einsatz in "Rechenanlagen" eignen würde.

Wenige Innovationen
Neben der Anhebung der Systemdateien auf den aktuellen Stand, wurde Hardy nur wenige Neuerungen spendiert. So gleitet der Internetnutzer bereits mit der Beta-Version des Firefox 3.0 durch das weltweite Datenmeer.

Freunde von Tauschbörsen werden sich über das neue File-Sharing-Programm "Transmission" freuen. Das Tool ist in der Lage auf Azureus und µTorrent Clients zuzugreifen.

Neu ist auch "PulseAudio", ein neuer Soundserver. Das kleine Programm erlaubt beispielsweise das unabhängige Regeln der Lautstärke von verschiedenen Applikationen über einen Mixer.

Mit dem Brennprogramm "Brasero" liefern die Ubuntu-Macher ein Brennprogramm für Gnome, das kaum noch Wünsche bei der Gestaltung optischer Speichermedien offen lässt.

Die neue Version des beliebten Vektorgrafik-Editors Inkscape kommt nun mit PDF Support.

Ubuntu gefahrlos als "Applikation" unter Windows testen
Ein besonderes Schmankerl und für den Home-User sicherlich das Highlight von Hardy ist die Möglichkeit, Ubuntu unter Windows zu betreiben.

Auf den Desktop-CDs von Ubuntu 8.04 finden Sie im Hauptverzeichnis des Datenträgers das kleine Tool "Wubi".

Dieses Werkzeug erlaubt es, Ubuntu problemlos neben einer bereits vorhandenen Windows-Installation auf die Festplatte übertragen, ohne die bereits vorhandenen Partitionen oder das Betriebssystem anzutasten. Das funktioniert unter allen Windows 32Bit-Versionen von Win 98 bis einschließlich Vista vollkommen problemlos.

Der erste Start des Programms fördert das Arbeitsfenster von Wubi zutage ? mehr brauchen Sie nicht. Das ganze Programm besteht aus einer kleinen Oberfläche, in der Sie alle Parameter einstellen und die Installation mit nur einem Klick starten können.

Unser Artikel "Wubi für Windows: Ein-Klick-Installation von Ubuntu" (Link) zeigt Ihnen, wie Sie das Programm sinnvoll einsetzen können.

Ubuntu für alle
Wenn auch die Innovationen des neuen Ubuntu nicht sehr augenfällig scheinen, haben es die Entwickler des Linux für die Menschen wieder geschafft, das Betriebssystem noch einmal stabiler zu machen.

Moderne Applikationen sowie ein hochaktuelles Grundsystem sorgen dafür, dass Ubuntu die Alternative – nicht nur zu Windows – unter den Betriebssystemen ist.

Haben Sie sich bislang nicht überwinden können, Linux zu testen, sollten Sie Ubuntu jetzt mit dem Tool Wubi unter Windows Testen. Sie werden sehen, auch Sie werden sich dem "Virus" Linux nicht widersetzen können.

Die Ubuntu-Top-Downloads

Ubuntu 8.04, Hardy Heron (ISO-Download)
die neue Ubuntu-Version, 690 MB
Ubuntu-Anwenderhandbuch (PDF-Download)
der Klassiker von M. Fischer, 2.4 MB
Ubuntu Linux Buch (PDF-Download)
Frische Ubuntu-Lektüre von M. Rogge, 5,7 MB

Kommentare:
Ubuntu hat mehr zu bieten (1 Antwort) kanne_manne,
03.05.2008 12:07
Das liegt auch am Wissen des Autors. er hat nämlich aals Fachgebiet seinen VISTA-Blog, indem er sich auf jeden Fall besser auskennt als in der Ecke von LINUX. PS: Man kann nicht alles wissen, aber...
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weitere Kommentare ... (2 Kommentare)

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