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Coding for Fun: Knietief in AssemblerAus purer Freude habe er es gemacht, schmunzelte Linus Torvalds, der vielleicht bekannteste Vertreter der Open-Source-Programmierung, in seiner Autobiographie "Just for Fun". Von diesem Spaßausbruch profitieren heute noch Abertausende PC-Nutzer, die auf ihren Rechenknechten ein Linux-System laufen lassen. Alles ist umsonst, alles ist frei, aber eigentlich geht das ja nur, wenn die Herrscher des Codes ihre Arbeit mit Wohlbehagen erledigen. Von diesem Vergnügen handelt "Coding for Fun". Wir haben uns den "Nerdschinken" genauer angesehen.von Jens Fliege Der mathematische Begriff "Funktion" gehört sicherlich zu der Art von Pfeilgiften, die Lehrkörper an höheren Schulen gerne auf ihre Klasse abschießen. Am Anblick der Strauchelnden ergötzt sich der sadistische Pauker wie einst Heimkehrer Odysseus am Gemetzel im Hause seiner Gattin. Schlimmer als um die Fünfer-Kandidaten steht es aber um bebrillte Überflieger, die sich von den Attacken des Mathelehrers nicht im geringsten beeindrucken lassen. Das Motto dieser Nerd-Fraktion: "Funktion" kommt von "Fun", oder? Die Aktentasche unter dem Arm geklemmt, geht es nach der Schule in die Tekki-AG, um besagte "Funktion" genauer zu studieren. Auch Gottfried Wolmeringer könnte sich in Schülertagen in einer BASIC-AG getummelt haben. Im Geleit von "Coding for Fun" bemerkt er, dass der Leser in seinem Buch vergeblich nützliche Software suchen werde. Es gehe einfach nur um den "Spaß an der Sache". Und das stimmt. Schon die Fingerübung des binären Zählens aus dem ersten Kapitel ist ein Kunststück, das auch Nicht-Mathefreaks als Party-Gag vorführen können. Doch es geht in "Coding for Fun" auch um mehr. Zum Buch gibt es eine DVD mit einer ganzen Reihe von Beispielen, sauber nach Kapiteln gegliedert. Einige der Beispiele wie eine simulierte Turingmaschine (Link) sind als ausführbare Java-Datei vorhanden, die Sie direkt mit Doppelklick starten können. Für andere Beispiele benötigt man virtuelle Rechner, die der Autor auf DVD samt Installationsanleitung und Betriebssystem direkt mitliefert. "Coding for Fun" kommt als Spaßbuch daher, ist aber deutlich mehr als das. Der Autor hat jede Menge Softwaregeschichte gesammelt und stellt sie dem Leser komprimiert in Buchform und auf DVD zur Verfügung. Damit können vor allem geschichtsbegeisterte Nerds abtauchen in die Steinzeit des Computerzeitalters, als Rechner noch riesige Kisten und Programmierer noch hemdsärmlige Kerle mit Lötkolben und Schraubendreher waren. Wolmeringer achtet darauf, dass er nicht nur Geeks bedient. Auch computergeschichtliche Laien kommen auf ihre Kosten. Nicht jedes mathematische Beispiel muss nachvollzogen werden. Schwere Passagen werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet und können übersprungen werden, ohne dass der Faden reißt. Es bleibt also auch ohne mathematische Fachkenntnisse jede Menge Lesespaß für solche übrig, die in Schülertagen nicht an einer BASIC-AG teilgenommen haben. Tipp: Wer schon mal reinschnuppern will kann sich auf der Beschreibungsseite des Verlags das erste Kapitel als Leseprobe im PDF-Format ansehen (Link).
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