Projektor und Technik
Wir verraten sicherlich nicht zu viel, wenn wir vorweg nehmen, dass der Planar einiges an Innovationen und brandneuer Technik beherbergt. Aber fangen wir von vorne an: Grundlage für den PD8150 ist Texas Instruments' DarkChip3, den es jedoch in unterschiedlicher Güte gibt. Planar selektiert die Chips praktisch von Hand und schließt so Fließbandware mit etwaigen Pixelfehlern aus. Elektronisch gibt es zwei relevant neue Positionen. Zunächst benutzt der PD8150 die Unishape-Lampentechnologie, welche die Farbdarstellung und Bittiefe verbessert. Zum einen wird hier die Helligkeit der Lampe für jedes Segment des Sechs-Segment-Farbrades (2 x RGB) verändert und, ohne die Farbsättigung zu beeinträchtigen so ein nahezu perfekter Abgleich auf den D65-Punkt erreicht. Zum anderen wird durch einen Algorithmus ein zusätzliches Bit Farbtiefe erreicht und so das bei DLP früher gefürchtete Dithering in dunklen Bereichen um bis zu 50 Prozent reduziert. Die lohnenswerteste Innovation im Planar ist aber sicherlich die Dynamic-Black-Elektronik in Zusammenarbeit mit einer echten adaptiven Blende. Aktiviert man Dynamic Black, wird der Bildinhalt hinsichtlich seines Helligkeitsumfangs ein Bild im Voraus analysiert. Anhand eines internen Histogramms wird überprüft, ob das Bild den vollen Helligkeitsumfang ausnutzt. Ist dies nicht der Fall, verstärkt es die Elektronik, um den vollen Umfang des DMD-Chips auszufüllen. Um dennoch die Originalhelligkeit nicht zu verändern, wird eine Blende im Lichtweg eingesetzt, die über mehr als 200 mögliche Positionen verfügt und so die eigentliche Helligkeit nicht verändert. Da aber der volle Dynamikumfang des DMD-Chips vor allem während dunkler Szenen verwendet wird, erhöht sich der Kontrastumfang, und das Bild erreicht bis zu 1,6 Bit zusätzliche Tiefe, was wiederum Dithering reduziert. Hinzu gesellt sich nicht irgendein Bildverarbeitungschip, sondern der brandneue Gennum GF9450, der für den Planar optimiert wurde und nicht nur hervorragend skalieren soll, sondern vor allem umfangreiche Einstellungen mitbringt. So lässt sich die Schärfe beispielsweise in neun verschiedenen Positionen justieren oder Moskito- sowie Rauschartefakte reduzieren. Zwei weitere Highlights betreffen die Optik: Hinter der länglichen Plastikverkleidung oberhalb der Linse verbirgt sich ein echtes horizontales UND vertikales Lens-Shift. So lässt sich der DLP-Beamer mittels Inbusschrauben in der waagerechten um +/-15 Prozent und in der Senkrechten um +120 und -50 Prozent bewegen. Die Verstellung über Inbusschrauben hat den Vorteil, dass das Lens-Shift sehr präzise arbeitet und rutschfest arretiert werden kann. Als besonderes Schmankerl in Sachen Flexibilität wird es den Planar zudem auch mit einem zweiten Objektiv geben, das neben der Standardversion eine Short-Throw-Variante wäre, die mit einem Projektionsverhältnis von 1,56 bis 1,86 bereits größere Bildbreiten bei geringerem Abstand ermöglicht. Zu guter Letzt noch der Grund für das große Gehäuse: Im Inneren des Planar befindet sich die extrem gut gegen Staub geschützte (es gibt nicht mal wartungsintensive Staubfilter) Engine eher im schmalen Mittelteil des Korpus. Die äußeren Bereiche sind der Luftab- und Zufuhr vorbehalten, die über sehr große und damit weniger schnell laufende und dementsprechend geräuscharme Lüfter erreicht wird. Und tatsächlich: der PD8150 ist einer der leisesten DLP-Projektoren am Markt.

Das Lens-Shift
Setup und Bildqualität
Planar implementiert dem PD8150 umfangreiche Setupmöglichkeiten, die vor allem auf den neuen Gennum-Chipsatz zurückzuführen sind. Wenn man jedoch den Beamer per HDMI anschließt stellt sich die Frage: Wozu noch einstellen? Kaum ein Hersteller legt so viel Wert auf eine perfekte Abstimmung ab Werk und vollzieht diese so konsequent wie Planar. Lediglich ein paar wenige Veränderungen an Helligkeit, Kontrast und RGB-Gain-Offset sind notwendig, und das Ergebnis ist auch mit den diversen Rauschfiltern und Schärfereglern kaum noch zu verbessern. Das Gerät hat eigentlich nur einen Haken: Über Komponente muss intensiver kalibriert werden, da der Planar hier deutlich weniger intensiv abgestimmt wurde. So ist die Gammakurve im Auslieferungszustand arg zurechtgebogen, und in dunklen Bereichen ist auch ein Farbstich wahrnehmbar.