Getestet: Ricohs Weitwinkelwunder GX100(12.06.2007)Übersicht:
von Henrik Neumann Ricoh bietet mit der Caplio-Reihe eine Vielzahl an Einsteiger-Kameras, die sich besonders durch Geschwindigkeit und ihre Kompaktheit auszeichnen. Doch neben den Kameras für den einfachen "Knipser" bietet der japanische Hersteller auch eine "Professional"-Reihe an. Das Flaggschiff in diesem Bereich war bisher die Caplio GX8. Die wurde aber vor mittlerweile über zwei Jahren eingeführt und war nicht länger "State of the Art". So wurde es Zeit für einen Nachfolger: die Caplio GX100. Ergonomie, Verarbeitung und BedienungDie Kamera macht einen solide verarbeiteten Eindruck. Zwar ist das Gehäuse nicht aus Magnesium, dafür liegt der Stahlbody schön gewichtig in der Hand. Mit Plastik wurde gespart und nur zum Einsatz gebracht, wo Griffigkeit gefragt ist, wie zum Beispiel am rechten vorderen Teil der Kamera, wo sie die meisten Fotografen halten. Mit Akku und Speicherkarte wiegt die Kamera rund 250 Gramm. Bei Ausmaßen von 111,6 x 58 x 25 mm ist sie zwar kein Fliegengewicht, das man versehentlich in der Hosentasche zerbricht, aber für den mobilen und schnellen Einsatz unterwegs ist sie unter haptischen Gesichtspunkten sehr gut geeignet. Genauso wichtig wie der erste Eindruck ist die Bedienbarkeit der Kamera. Es fällt auf, dass für eine semiprofessionelle Kamera recht wenig Knöpfe die Rückseite zieren. Glücklicherweise muss man sagen, den die Entwickler haben sich viele Gedanken über die Bedienbarkeit und Struktur des Menüs gemacht. Einige Knöpfe sind zwar mehrfach belegt, aber der Nutzer verliert fast nie den Überblick. So sind das Setup und Menü logisch und verständlich strukturiert. Schon nach einer kurzen Eingewöhungsphase kann der Anfänger die Kamera im Zweifelsfall im Dunkeln bedienen. Durch die Anordnung der Knöpfe und Einstellräder lässt sich die Kamera mit einer Hand bedienen. Der professionelle Charakter der Kamera wird durch eine Vielzahl von Einstell- und Belegungsmöglichkeiten unterstrichen. Auf der Kameraoberseite befindet sich der Funktionsknopf, dem eine ausgewählte Aufgabe (AF/MF-Umschaltung, Belichtungsmesswertspeicher, Belichtungskorrektur, Weißabgleich-Einstellungen, Lichtempfindlichkeitsstufenregelung, Bildqualität, Fokussiereinstellungen, Bild-Einstellungen, Wahl der Belichtungsmessart, Serienbildmodus, Belichtungsreihenfunktion, akustische Signale) zugewiesen werden kann. Eine Vielzahl an EinstellungsmöglichkeitenDer Adjust-Schalter bedient zwei Funktionen: Das Einstellrad ist zugleich auch ein Wippschalter, der nach links und rechts bewegt werden kann. So steuert er etwa bei der manuellen Belichtungssteuerung die Blende, während das Einstellrad vorne an der Kamera die Belichtungszeit verändert. Wird der Adjust-Schalter gedrückt, öffnet sich ein Schnellwahl-Menü, in dem der Benutzer auf bis zu vier vorher festgelegte Einstellungen (etwa Belichtungskorrektur, ISO, Fokus, Serienbild-Funktion, Auto-Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Empfindlichkeit, Belichtungsmessart und Bildqualität) zurückgreifen kann. Nutzer, die sich häufig wünschten, ein zweites Einstellungs-Profil zu erstellen, kommen endlich auf ihre Kosten: Mit "MY1" und "MY2" am Einstellrad stehen dem Nutzer zwei Profile zur Verfügung, auf die er durch schnelles Drehen zurückgreifen kann. Auf häufig wechselnde Szenen (Innen- und Außenraum, Landschafts- oder Porträtaufnahmen) kann der Fotograf so schnell reagieren, ohne dass die Szene verloren geht. Wie schon bei ihrem Vorgänger, legt die GX100 einen großen Wert auf den Weitwinkel. Hatte die GX8 noch einen Weitwinkel von 28 bis 85 mm, liegt er nun bei 24-72 mm (Kleinbild-Vergleichsbrennweiten). Durch den als Zubehör erhältlichen Weitwinkelvorsatz, lässt sich die GX100 zu einem 19-mm-Ultraweitwinkel erweitern. Der auf 10-Megapixel angewachsene CCD und der Bildprozessor "Smooth Imaging Engine II" sollen für eine noch bessere Bildqualität sorgen. Die Kamera verfügt zwar über keinen klassischen Sucher mehr, dafür sorgt aber auf der Rückseite ein etwa 210.000 Pixel großes LCD-Display für Überblick. Praktisch: Mit einem Knopfdruck lässt es sich schnell ab- und wieder einschalten. Die Brillanz lässt nichts zu wünschen übrig, und der Betrachtungswinkel ist mit etwa 170° ausgesprochen gut. Wer aber auf den Sucher partout nicht verzichten will, kann die Kamera mit dem Aufstecksucher "VF-1" erweitern. Der wird auf den Blitzschuh geschoben und erweitert die Kamera nahezu zu einer Mittelformatkamera. Der Stecker kostet rund 120 Euro, kann aber schon mit der Kamera (GX 100 VF Kit) für dann rund 100 Euro gekauft werden. Eine clevere EnergieversorgungAuch bei der Energieversorgung haben sich die Japaner etwas besonderes einfallen lassen. Es stehen drei Varianten zur Verfügung:
Das eingebaute Blitzgerät muss manuelle zugeschaltet werden. Durch die gut durchdachte Position läuft der Fotograf nicht Gefahr, einen Finger in den Lichtkegel zu halten. Auch ein eventuell störendes Objektiv ist nicht im Weg. Über folgende Voreinstelllungen verfügt die Kamera:
Wer einen externen Blitz verwenden möchte, kann ihn über den Mittenkontakt-Blitzschuh anschließen. Schade: Ricoh hat der Kamera keinen automatischen TTL-Blitzschuh (Lexikon) spendiert. Das macht das Einstellen der Kamera ein wenig aufwändiger.
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Die Kamera kann große Datenmengen produzieren. Entweder beim Filmen oder Fotografieren im RAW-Modus (Lexikon) stößt der Fotograf schnell an seine Grenzen. Da ist es gut, dass die Kamera neben den normalen SD-Karten auch SDHC-Karten schluckt. (Lexikon) Der Hersteller Ricoh ist dafür bekannt, dass er besonders häufig die Firmware seiner Produkte erneuert. So ist mittlerweile die Version 1.14 erhältlich. Schade nur, dass die Installation der Firmware ein wenig umständlich ist. Zu dem mitgelieferten Zubehör gehören der wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akku DB-60, das entsprechende Akku-Ladegerät BJ-6, ein Objektivdeckel, USB-Kabel, AV-Kabel, Handschlaufe und die Software-CD
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