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Zoom H2: Mitschnitt für ras(ier)ende Reporter

 (12.11.2007)

Verkehrte Welt: Vor einigen Monaten veröffentlichte Zoom einen vielseitigen MP3-Recorder mit der Bezeichnung H4, der sich innerhalb weniger Wochen zu einem gefragten Bestseller mauserte. Nun steht ein neuer Vertreter der H-Serie in den Regalen, der irritierender Weise zwei Versionsnummern unter dem Vorgänger liegt. Wir haben uns den Nachfolger, bzw. Vorgänger genauer angesehen.



LupeDer H2 kann vieles... Depilation gehört nicht dazu.
Zoom H4 im Detail
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Übersicht:
  • Zoom H2: Mitschnitt für ras(ier)ende Reporter
  • Fazit

  • von Jens Fliege

    Zoom liebt es griffig: Ähnlich wie der große Bruder H4 (Test) verfügt auch der kompakte H2 über ein markantes Erscheinungsbild, bei dem sich mancher Anwender grübelnd über das Kinn streichen wird. Ob das Modell eher einem Remmington oder einem Braun nachempfunden ist, kann der Autor als Freund einer gründlichen Nassrasur nicht beantworten. Eines steht jedoch fest: Der H2 präsentiert sich in seinen Produktdesign ebenso unvorteilhaft wie der H4. Da hilft nur ein Blick auf die inneren Werte. Und hier kann der H2 mit seinen vier internen Mics und dem cleveren Aufnahmeprinzip auftrumpfen.

    Aufnahmeformate
    Mit den Rahmenbedingungen des H2 verhält es sich ähnlich wie beim H4. Der Recorder kann WAV- und MP3-Aufnahmen in diversen Qualitätsstufen aufzeichnen. Die Auswahl reicht dabei von komprimierten MP3-Aufnahmen im Spektrum von 48 bis 328 kbps bis zu großkalibrigen WAV-Aufnahmen mit bis zu 96 kHz - und das in einer Auflösung von 24 Bit.

    Der H2 ist in circa acht bis zehn Sekunden startbereit. Er verfügt über drei Gain-Stufen für die interne Aufnahme: niedrig, mittel und hoch. Wer die lieben Kleinen aufzeichnen möchte, sollte sich, je nach Temperament des Nachwuchs, für eine mittlere oder hohe Position entscheiden. Wer das Gerät für die Aufzeichnung im Proberaum oder für Live-Mitschnitte verwenden will, tut gut daran, den Schalter auf "niedrig" zu belassen.

    Extras

    Zoom-typisch hat der H2 einige Extras an Bord. Er verfügt, ähnlich wie der H4, über ein Metronom und ein chromatisches Stimmgerät. Beide Features funktionieren in der Praxis problemlos und werden dem einen oder anderen Anwender beim Stimmen des Instruments und bei Fingerübungen helfen.

    Auch als externe Soundkarte für den PC lässt er sich verwenden. Im Gegensatz zum H4 kann man mit dem H2 aber keine Mehrspur-Projekte erzeugen. Keine virtuellen Amps und Mikrofonemulationen sind daher an Bord, keine FX-Effekte lassen sich in Reihe schalten. Komplexe Arrangements bleiben, sofern nicht live eingespielt, dem großen Bruder H4 vorbehalten. Wenn aber wirklich eine Live-Aufzeichnung geplant ist, überrascht der H2 mit einer erstaunlichen Vielseitigkeit.

    Die Rede ist von den vier verschiedenen internen Mikrofonen des H2, die zu unterschiedlichen Ensembles zusammengeschaltet werden können. Je nach Aufnahmesituation kann der Recorder vorne, hinten oder "vorne und hinten" in Stellung gebracht werden. Die Modi werden wie folgt bezeichnet und können vor einer Aufnahme über Kopfhörer in ihrer Charakteristik überprüft werden:

    • FRONT 90º (Stereo-Modus)
    • SURROUND 2CH (Stereo-Modus)
    • SURROUND 4CH (4-Kanal-Modus)
    • REAR 120º (Stereo-Modus

    Die Aufnahmen im 4CH-Modus lassen sich vom H2 sowohl zu einem Stereo-Signal zusammenmischen, als auch für die Erzeugung eines 5.1-Signals verwenden. Im Test fällt vor allem auf, dass der H2 trotz billiger Verarbeitung nahezu kein Grundrauschen erzeugt. Die Aufnahme ist klar und für ein Gerät im Preissegment um die 200 Euro erstaunlich differenziert.

    Etwas, das uns im direkten Vergleich nicht so gut gefiel, ist der Umstand, dass eine laufende Aufnahme nicht so deutlich erkennbar ist, wie beim H4, dessen leuchtend roter Knopf klar erkennbar zeigt: "Ja, die Aufnahme läuft." Beim H2 ist das Aufnahmelicht winzig und kann, wenn es mal schnell gehen muss, leicht übersehen werden.

    Lesen Sie auf der nächsten Seite: Fazit
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