Von Jörg Rieger
"iPods" sind weltweit das Synonym für digitale MP3-Player. Und tatsächlich erreicht Apple mit seinen mobilen Geräten nicht nur Marktanteile in schwindelerregender Höhe, sondern setzt mit jeder neuen Generation Akzente in Design und Funktion. Apple hat es offensichtlich geschafft, ein Kultprodukt für die breite Masse auf den Markt zu bringen. Selbst Microsoft und Sony beißen sich mit Ihren Konkurrenzprodukten regelmäßig die Zähne am Original aus.
Wir stellen Ihnen die neuen Modelle, die vor kurzem in den USA präsentiert wurden, vor und verraten die Highlights.
Genius an Bord
Für alle neuen iPods wie auch das neue iTunes 8 ist die Genius-Funktion entwickelt worden. Damit verspricht Apple, dass sich Player und auch Abspielsoftware anhand der gespielten Musikstücke den Musikgeschmack merken. Passende Playlists werden per Mausklick zusammengestellt. Selbstverständlich werden auch im iTunes-Musicstore passende Hits, die auch gefallen könnten, bereitstellt –
klingt ein wenig nach MAGIXs Mufin oder last.fm. Ein Praxistest wird zeigen, wie gut diese Funktion arbeitet.
Klar ist schon kurz nach der Installation des neuen iTunes, dass diese Funktion nicht autark funktioniert, sondern Informationen der Musiksammlung zu Apple überträgt. Zudem muss man zwingend bei iTunes angemeldet sein. Zwar wird Anonymität zugesichert, angesichts der momentanen Diskussion um Googles "Durchleuchtungsbrowser" ist so etwas aber wohl eher kritisch zu betrachten.
iPod nano
Der "Mittelklasseplayer", nano, von Apple erscheint im Design ganz wie die erste nano-Generation, im Alugehäuse. Das letzte Update im quadratischen Design mit Breitbildschirm kam offensichtlich nicht sonderlich an. Daher ist der neue nano zum einen wieder in neun quietschbunten Farben erhältlich und hat auch wieder die bekannte Optik und einen Hochkant-Bildschirm. Dieser ist zwar nur zwei Zoll groß, verspricht aber dank eines Hochglanzdisplays brillante Farbwiedergabe.
Zum Kramen in der CD-Sammlung via Coverflow, zum Ansehen von Fotos oder Video gucken kann man den iPod einfach um 90 Grad drehen und im gewohnten 16:9 Breitbild genießen. Auch als Spielkonsole dient der neue nano – Nintendo & Co.lassen grüßen.
Einmal kräftig geschüttelt- schon wird nanos Shufflemodus aktiviert und damit der Zufallsgenerator gestartet – auch das ist neu und richtig interaktiv.
Den Apple-Player gibt es mit 8 oder 16 Gigabyte Speicherplatz, die Abmessungen sind mit ungefähr 90 x 40 x 6 Millimeter äußerst kompakt. Kostenpunkt: Ab 150 Euro.
iPod touch
Das "iPhone ohne Telefon" ist in der aktuellen Version deutlich schlanker und eleganter geworden. Neben dem polierten Alugehäuse dominiert natürlich der berührungsempfindliche Bildschirm in 3,5 Zoll Größe. Statt mit Scrollrad wird hier mit den Fingern gesucht, getippt und gespielt. Wie auch beim nano kann man Musik hören oder Videos ansehen. Auch Spiele aaus dem App-Store von Apple können mit dem iPod touch gespielt werden.
Das Unvermeidliche hat nun auch im iPod touch Einzug gehalten – das Gerät verfügt über eingebaute Lautsprecher. Neben zahllosen Musikhandys werden also künftig auch iPods im öffentlichen Verkehr zur nervtötenden Begleiterscheinung werden.
Durchaus nützlich für den iPod-Besitzer ist der neue separate Lautstärkeregler am Gehäuse - somit kann das Gerät locker in der Tasche bleiben, um Songs leiser oder lauter zu stellen.

iTunes 8 inklusive Genius
Laut Apple beträgt die Akkulaufzeit maximale 36 Stunden, beim Ansehen von Videos immer noch stolze sechs Stunden. Die kann man auch brauchen, denn auf 8, 16 oder gar 32 Gigabyte Speicherplatz passen auch jede Menge Daten.
Trotz Megaspeicher ist das elegante Design erfreulich schlank. Lediglich elf Zentimeter hoch, sechs Zentimeter breit und acht Millimeter dünn passt der iPod touch in jede Hosentasche.
Rund 220 Euro muss man für den iPod mit Touchscreen einplanen. Er ist damit deutlich teurer als der nano.
iPod classic
Was soll man an einem Klassiker noch verbessern? Diese Frage haben sich wohl auch die Apple Ingenieure gestellt und daher am Urvater aller iPods in der kommenden Generation nur ganz vorsichtig am Gehäusedesign gearbeitet. Grundsätzlich gibt es ihn wieder im schwarzen und silbernen Metallgehäuse, das Display ist unveränderte 2,5 Zoll groß.
Einheitlich gibt es den Player von Apple nur mit einer 120 Gigabyte großen Festplatte – da passt ordentlich Musik drauf. Klar, dass auch dieser iPod zudem Videos abspielen kann und für Spielernaturen einige Games parat hält.
Die Abmessungen sind ähnlich kompakt wie beim iPod touch, lediglich das Gehäuse ist rund zwei Millimeter dicker, das lässt sich aufgrund der großen Festplatte wohl nicht vermeiden ließ.
iPod Shuffle
Der einzige Apple-MP3-Player ohne Display kommt ganz ohne neue Optik auf den Markt. War Apple bei diesem Musikplayer immer für Überraschungen gut, bleibt es beim bekannten Mini-Clip aus Metall. Lediglich das Aussehen wird etwas farbenfroher. Hier kann man nun aus fünf verschiedenen Metallic-Farben wählen.
Knapp bleibt es hingegen beim internen Speicher, hier setzt Apple weiterhin auf etwas magere ein oder maximal zwei Gigabyte. Mit einem Startpreis von 45 Euro ist und bleibt der Shuffle der preiswerteste, und mit 16 Gramm auch der leichteste iPod bei Apple.

Herzeigbar: Die neuen iPods